Internet-Pionier Thomas Sterchi: «Meine Firma ist mein Familienersatz»

Der Deal seines Lebens liegt Jahre zurück. Doch statt auf seinen Millionen zu sitzen, investiert sie Internet-Pionier Thomas Sterchi. Am liebsten in Musik.

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Er führt ein Restaurant, ist am Zurich Film Festival beteiligt, betreibt ein Ausgehportal und entwickelt Apps – Thomas Sterchi (46) trägt viele Hüte. Besonders am Herzen liegt dem Unternehmer aber die Akustik-Musik. «Sie holt das Ursprüngliche aus jeder Musik heraus – Melodien, Texte, Instrumente, Stimmen. Das bewegt mich mehr als  jede Technologie der Welt», so Sterchi, der mit seiner Tom Talent Gruppe das Festival «Zermatt Unplugged» veranstaltet und das Matterhorndorf ab dem 5. April in ein Mekka für Akustik-Fans verwandelt. 

Mit seinen 150 Mitarbeitern – verteilt auf neun Beteiligungen – reisst der Berner immer wieder neue Projekte an. Meistens mir Erfolg. Aber: Was ist denn nun «Toms Talent»? «Ich bin ein guter Visionär und kann den Markt richtig einschätzen», so Sterchi. «Und ich kann Leute für meine Ideen begeistern und motivieren.»

Geld als Mittel zum Zweck

Nötig hätte er das ja eigentlich nicht, Sterchi könnte das «Dolce far niente» geniessen. Denn mit dem Verkauf des Stellenportals jobs.ch, das heute zu 50 Prozent Ringier gehört, wurde er 2007 quasi über Nacht zum Multimillionär. Doch Sterchi investiert sein Geld lieber. «Es ist für mich lediglich ein Mittel zum Zweck», sagt er. «Ich habe keine Kinder, deshalb ist die Firma meine Familie.» Sowieso: Ein Coup wie der jobs.ch-Verkauf sei vor allem Glück. «Das Timing stimmte – purer Zufall.»

Auffallend: Sterchi spricht euphorischer über Misserfolge als über seinen Millionendeal, der für ihn auch Nachteile hatte. «Ich bin leider an viele falsche Freunde geraten.» Rückschläge hätten ihn zwar als Person verletzt, «aber sie haben mich als Unternehmer weitergebracht, ich habe daraus mehr gelernt als aus den Erfolgen.»

Sterchi bleibt lieber im Hintergrund

Natürlich gönnt sich Sterchi privat den einen oder anderen Luxus: Als Genussmensch isst er über 300 Mal pro Jahr auswärts – «die Businesslunches nicht in einmal mitgezählt!» Zudem hat er vier Wohnorte: Zürich, Zermatt, Berlin und die Toscana, wohin er oft Freunde einlädt. «Ich bin grosszügig, ziehe aber lieber die Fäden im Hintergrund.» Protzen ist wahrlich nicht Sterchis Ding. So wird er auch am «Zermatt Unplugged» irgendwo in den hinteren Reihen stehen, unauffällig, mit einem guten Glas Wein, und den Klängen von Juanes lauschen – «er reist extra für unser Konzert aus Kolumbien an!»

Sterchis Erfolgsrezept:

  • Habt mehr Mut! Man sollte sich trauen, mit Überzeugung für seine Ideen einzustehen und Visionen zu verfolgen und anzupacken.
  • Nicht alles durchstieren! Wenn etwas nicht klappt, ist es besser, die die Reissleine ziehen bevor es zu spät ist.
  • Am Boden bleiben! Man soll sich treu bleiben und selber nicht zu wichtig nehmen.
Publiziert am 28.03.2016 | Aktualisiert am 29.03.2016
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  • Koni  Kadir , via Facebook 28.03.2016
    Die meisten nehmen sich zu wichtig, weil sie glauben, damit Erfolg zu haben. Genau das Gegenteil wäre gut. Schnauze halten und im stillen Kämmerlein am stetigen Erfolg stricken. Das kann heute keiner mehr. Sterchi ist da wohl die Ausnahme, welcher die Regel bestätigt.