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Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble überlegt sich, ob er sich auf einen lukrativen Daten-Deal einlassen will. Denn ein Informant hat ihm eine CD angeboten mit Daten von 1500 Kapitalanlegern. Das berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung».
Zwar will der Daten-Dieb dafür umgerechnet fast 3,7 Millionen Franken. Doch erste Stichproben haben gezeigt, dass der Finanzminister mit den Daten wohl das Vielfache an Steuergeldern eintreiben könnte. Ermittler gehen von rund 100 Millionen Euro (147 Millionen Franken) aus.
Bei jedem der fünf überprüften Fälle landeten die Steuerfahnder nämliche einen Volltreffer: Je eine Million Euro Steuernachzahlung sind bei den stichprobeweise überprüften Bankkunden fällig. Finanzminister Schäubles Vorgänger, Peer Steinbrück, hätte hier wohl umgehend zugegriffen.
In einem ähnlichen Fall hatte er dies jedenfalls getan: Als Anfang 2008 ein Mitarbeiter der Liechtensteiner LGT-Bank dem deutschen Geheimdienst Bankkundendaten verkaufte, kam es in ganz Deutschland zu Razzien – und Steuervogt Steinbrück durfte sich an mehr als 100 Millionen zusätzlichen Euro in der Staatskasse erfreuen.
Ob sich der neue Finanzminister Schäuble auf den jüngst vorgeschlagenen Daten-Deal einlässt, ist noch nicht bekannt. Vorerst setzt er darauf, dass sich möglichst viele Steuersünder selbst anzeigen.
«Für die fünf Kontoinhaber, die wir probehalber kontrolliert haben, ist es für eine Selbstanzeige zu spät», heisst es bei der Finanzverwaltung. Alle andern könnten noch einer Strafe entgehen, indem sie sich selbst anzeigen. (noo)