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Herr Rhomberg, Sie kommen gerade von einem Händler-Meeting. Wie ist die Stimmung?
Philipp Rhomberg: Gut und positiv.
Trotz der Negativ-Schlagzeilen? Immerhin ruft Toyota weltweit 4,45 Millionen Autos zurück. Ihr Vorstandschef Akio Toyoda hat sich dafür entschuldigt.
Natürlich sind auch die Händler besorgt – schliesslich sind ihre Kunden teilweise verunsichert. Trotzdem: Die Stimmung ist zuversichtlich.
Was ist das Problem genau?
In den USA gingen Meldungen ein, dass bei verschiedenen Modellen das Gaspedal in seltenen Fällen harzig zurückgeht. Weil Toyota punkto Qualität keine Kompromisse macht, kam es zu dieser weltweiten Rückrufaktion.
Das Gaspedal geht nicht zurück: Das ist ja der Albtraum jedes Autofahrers!
Das stimmt. Nur: Die Fälle von solchen Gaspedalen sind extrem selten. In Europa sind zwölf Millionen Toyota unterwegs. Bis jetzt liegen 26 Rapporte vor, in denen dieses Problem festgestellt wurde. Die Zahl zeigt, wie ernst wir es nehmen: 26 Rapporte reichten, alle betroffenen 1,8 Millionen Fahrzeuge zurückzurufen.
Gab es auch in der Schweiz bereits Fälle?
Nein, bisher nicht, und wir rechnen auch nicht damit.
Wie viele Fahrzeuge sind hierzulande betroffen?
Von den 320000 Toyotas, die auf Schweizer Strassen unterwegs sind, weniger als zehn Prozent. Es sind ungefähr 28000.
Wie gehts jetzt weiter?
Wir werden nächste Woche alle Kunden anschreiben – auch jene, die nicht betroffen sind. Kunden, die ihre Autos zur Kontrolle bringen müssen, informieren wir Schritt für Schritt.
Wie lange müssen die Besitzer der 28000 betroffenen Fahrzeuge auf ihre Autos verzichten?
Der Toyota-Kunde muss gar nicht auf sein Fahrzeug verzichten. Wir bauen ein kleines Ersatzteil ein, das dauert rund 30 Minuten. Wir gehen davon aus, dass das Problem bei allen betroffenen Autos in acht Wochen gelöst sein wird.
Was kostet die ganze Aktion?
Das können wir noch nicht genau beziffern. Kosten sind aber in diesem Fall nebensächlich. Erste Priorität haben Sicherheit, Qualität und die Kundenzufriedenheit.
Jetzt kamen auch noch Meldungen über Bremsprobleme beim Prius. Die Bremse geht nicht: ein weiterer Albtraum.
In Japan meldeten sich Leute, die sich beim Bremsen auf glatten Oberflächen unsicher fühlten. In Amerika liegen rund 100 solcher Meldungen vor. Toyota untersucht das jetzt genau. Wir haben in der Schweiz gestern selbst Tests gemacht. Dass das Antiblockiersystem auf glatten Fahrbahnen dieses unsichere Gefühl verursachen kann, ist verständlich. Aber wir beurteilen die Meldungen – Stand heute – nicht als Sicherheitsrisiko.
Und wenn doch?
Sollte sich diese Einschätzung ändern, so werden wir auch in diesem Fall kompromisslos reagieren: die Kunden offen informieren und das Problem ohne Rücksicht auf Kosten sofort lösen.
Spüren Sie schon etwas an der Verkaufsfront?
Nein, in der Schweiz bis jetzt nicht.
Die amerikanische Konkurrenz scheint sich zu freuen, dass Toyota Autos zurückrufen muss – und mit ihr die US-Regierung.
Wenn ein US-Verkehrsminister sinngemäss sagt «Liebe Toyota-Fahrer, lasst eurer Auto stehen!», dann kann man tatsächlich vermuten, dass es ihm dabei nicht nur um die Sicherheit der amerikanischen Autofahrer geht. Sondern um handfeste wirtschaftspolitische Interessen und die Stärkung der eigenen Automobilindustrie, die grossenteils in massiven Schwierigkeiten steckt und mit Milliarden an Steuergeldern gerettet werden musste.
Sie meinen, das Ganze ist auch gut inszeniert?
(Überlegt) Diese Beurteilung überlasse ich Ihren Leserinnen und Lesern. Aber wie diese Fälle in den USA und in Europa dargestellt werden, wirft schon Fragen auf, ob es da nur um die uneigennützige Information der Öffentlichkeit geht.