Im Westen viel Neues Wohin Schweizer in Zeiten des Terrors reisen

ZÜRICH - Die Situation im östlichen Mittelmeerraum ist angespannt. In der Sommersaison schwenkten deshalb die Tourismus-Ströme nach Westen um. Im Winter sieht es ähnlich aus. Sogar afrikanische Inseln profitieren davon.

Tourismus und Terror-Angst: Die neuen Reiseziele der Schweizer play
Bald könnte es am Strand von Três Irmãos eng werden. Die Buchungen nach Portugal schwingen für die Wintersaison obenaus. Getty Images

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Am WEF hielt der US-Vizepräsident seine letzte Rede Biden warnt vor Trump
2 Mittagessen mit Hollywood-Traumpaar Clooneys exklusive Tafelrunde
3 Zwei Jahre Frankenschock Wir werden immer noch abgezockt

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
2 shares
19 Kommentare
Fehler
Melden

«Go west, life is peaceful there!», heisst es im Kassenschlager «Go West» der Pop-Band Pet Shop Boys. Nach Westen gehen also, wo das Leben friedlich ist. Der Song stammt zwar von 1979. Er könnte aber der Soundtrack zu den aktuellen Reisebuchungen sein.

In der Sommersaison «wanderten die Buchungsströme von Ost nach West», erklärt Bianca Schmidt, Sprecherin von Tui ­Suisse. «Für den Winter 2016/2017 sieht es nicht anders aus.»

Mehr zum Thema
12 Skifahren für 222 Franken - wenn 100'000 mitmachenSaas-Fee verbilligt Saisonabos massiv
16 1 Billiger ReisenSo wird die Schweiz zum Schnäppchen

 

Denn in den Destinationen des östlichen Mittelmeers wie Ägypten, Libanon oder Tunesien bleibt die politische Lage heikel.  Erst gestern detonierte eine Bombe auf einem Parkplatz im türkischen Urlaubsort Antalya. Und nicht nur Sprengsätze explodieren in dieser Region, auch die Zahlen inhaftierter Politaktivisten.

Entsprechend weniger Touristen fahren in die Türkei. Das Land verzeichnet knapp 70 Prozent ­weniger Schweizer Touristen als noch 2015. Tunesien verlor vier von zehn Kuoni-Gästen – an Destinationen wie die spanische Mittelmeerinsel Mallorca.

Vom östlichen zum westlichen Mittelmeer

Alle grossen Reiseveranstalter verzeichneten in der vergangenen Sommersaison einen Zuwachs im südwestlichen Europa. Bei Kuoni verdreifachten sich etwa die Buchungen in Portugal.

Ähnlich siehts für den Winter aus. «Da schwingen die Kanarischen Inseln und Portugal obenaus», so Kuoni-Sprecher Marcel Schlatter. Kuoni reagiert und hat die portugiesische Atlantikinsel Madeira wieder ins Programm genommen.

Eine exklusive Auswertung des Vergleichsportals Kayak für BLICK bestätigt den Trend. Die stärkste Zunahme an Suchanfragen für die anstehende Wintersaison verzeichnet die Stadt Larnaca auf Zypern. Barcelona an der spanischen Mittelmeerküste stieg – gemessen an der Anzahl von Suchanfragen – in einem Jahr von Platz zehn auf fünf.

Auch Hotelplan merkt «eine Verschiebung vom östlichen hin zum westlichen Mittelmeer» – und noch weiter nach Westen: In den letzten fünf Jahren gingen die Buchungen für Ägypten zurück, während die Nachfrage nach den Kanaren im selben Masse stieg. Neu bietet Hotelplan die westafrikanische Inselgruppe der Kapverden für die Wintersaison an. Im Sommerprogramm 2017 steht die kroatische Küstenstadt Split – auch bei Konkurrentin Tui Suisse.

Die Reiseveranstalterin bietet die Kapverden in diesem Winter bewusst als Alternative zum weiterhin unruhigen Ägypten an. Die Inseln avancieren damit zur «strategisch wichtigen Destination», sagt Sprecherin Schmidt.

Publiziert am 26.10.2016 | Aktualisiert am 27.10.2016
teilen
teilen
2 shares
19 Kommentare
Fehler
Melden

19 Kommentare
  • Kurt  Stauffer aus George
    26.10.2016
    Ist es im Winter in der Schweiz kalt und unfreundlich,dann gehts in den Sommer nach Südafrika!Es gibt niergends so zahlreiche, sehr gepflegte B&B oder Gästehäuser wie in Südafrika.Die schönsten Wildtierparks wunderbare Strände und Wanderrouten!Jedoch meiden sie die Gardenroute zwischen dem 15.Dez.und 15 Jan.Da sind die Südafrikaner unterwegs!!!!
  • Annemarie   Setz 26.10.2016
    Ausser in kriegsführende Länder kann man eigentlich überall hin reisen, es gibt auch in muslimischen Ländern kulturell und landschaftlich reiche Gegenden. Auch in Afrika gibt es Orte, die sich sehr Mühe geben um ihre Gäste, oft mehr als bei uns. Sicher im wahrsten Sinne des Wortes ist es ganz einfach nirgends, weil einem persönlich überall, auch zuhause, etwas passieren kann.
  • Albert  Zweifel aus Rüti
    26.10.2016
    Wieso keine Ferien in der Schweiz? Die Schweiz ist Wunderschön, Sicher und für Schweizer erschwinglich.
    • Pierre  Koella 26.10.2016
      Ja Albert, natürlich ist die Schweiz schön... aber einfach viiiiiiiiiiiiiiiiiiel zu teuer ! Warum soll eine Familie mit 2 Kindern 3 Wochen im Engadin tausende von Franken bezahlen, wenn sie inkl Flug für den halben Preis nach Portugal gehen können ?
    • Gerry  B. 26.10.2016
      Stimmt Albert, die Schweiz hat schöne Ort aber für mich viel zu teuer und mit einem schlechten Preis-/Leistungsverhältnis. Wenn ich mit Familie (2 Erw. und 1 Kind) 3 Wochen nach Thailand fliege kostet mich das rund Fr. 1000 weniger als 2 Wochen in der Schweiz. Zudem habe ich Garantie dass es dann auch warm ist, auch wenn es regnet, nicht so wie in der Schweiz. Selbst ein Tagesausflug z.B. in den Zoo Zürich kostet mich (ab Thun, ohne Halbtax) rund Fr. 350, kann ich mir nicht leisten.
    • Werner  Franz aus St. Gallen
      26.10.2016
      Sorry, aber wo ist es denn im Winter richtig warm in der Schweiz? In der Sauna, im Hallenbad und an der Bar.
    • Marion  Jost aus Schönenwerd
      26.10.2016
      Herr Zweifel: erschwinglich??? Kennen Sie die Preise von einem einfachen Hotel? Familien können sich das schlichtweg nicht leisten!
  • Annemarie   Setz 26.10.2016
    Es gibt wunderschöne Orte mit islamischer Kultur von denen man kaum spricht. Samarkand in Zentralasien ist ein solcher Ort. Und es gibt islamische Länder die sicher sind. Den meisten Reisenden geht es heute mehr ums Prinzip. Anschläge können überall passieren, ein Unglück kann jederzeit geschehen, nichts ist sicherer als der eigene Tod. Wer gerne reist weiss das und freut sich trotzdem auf seine Reisen.
  • Sonja  Zwicker 26.10.2016
    Ich finde es einfach nur unverschämt, wie gewisse Reiseländer die Angst der Menschen vor Terrorismus masslos ausnützen, und für schlechte Dienstleistungen völlig überrissene Preise verlangen! Und die Touristen machen das auch noch mit :-( Dabei ist man gar nirgends sicher!
    Wer weiss, wie viele Extremisten mit dem ganzen Flüchtlingsstrom schon in die Schweiz eingeschleust wurden, und hier ihre Mission planen, alle Ungläubigen zu töten?!
    • Gregor  Oliver , via Facebook 26.10.2016
      Auf der einen Seite finden Sie es unverschämt das Reiseländer die Angst ausnutzen aber im gleichen Satz machen Sie das gleiche, zudem in Eritrea oder Gambia gibt es keine IS.