Ihre Bosse legen die Löhne offen

  • Publiziert: 23.01.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – CS, UBS und Nestlé kommen der Anlagestiftung Ethos entgegen: Deren Kampf für bescheidenere Managerlöhne in der Schweiz ist damit einen Schritt weiter.

Im September hatte Ethos (siehe Kasten) zusammen mit acht Schweizer Pensionskassen fünf Konzernen einen sogenannten Say-on-Pay-Aktionärsantrag gestellt. Dieser verlangt, dass Aktionäre an der Generalversammlung konsultativ über den Bericht der Management-Vergütungen abstimmen können.

Heute konnte Ethos einen Teilsieg vermelden: Nach gemeinsamen Gesprächen lassen die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie der Nahrungsmittel-Multi Nestlé ihre nächsten ordentlichen GV über das Vergütungssystem oder einen entsprechenden Bericht abstimmen.

Aber: Novartis und ABB, die ihre Generalversammlungen am 24. Februar respektiv am 5. Mai durchführen, steigen nicht darauf ein.

Stärkere Aktionärsdemokratie

Ethos zeigt sich erfreut, dass Nestlé, CS und UBS den Aktionärinnen und Aktionären freiwillig das Recht einräumen, sich zu den Managerlöhnen zu äussern. «Dies ist ein Schritt in Richtung besserer Selbstregulierung im Bereich der Management-Vergütungen und stärkerer Aktionärsdemokratie in der Schweiz.»

Die Abstimmung ist allerdings lediglich konsultativ, da das Schweizer Recht keine bindende Abstimmung zulässt. Ethos freut sich dennoch auf «aussagekräftige Signale». In jedem Fall werden die drei Unternehmen im Vorfeld zu den Generalversammlungen genügend Informationen offenlegen müssen. (SDA)

Das ist die Ethos

Die Ethos Stiftung zählt rund 80 Mitglieder, vor allem schweizerische Pensionskassen. Kürzlich hat sie eine Unterstützungsgruppe für die Say-on-Pay-Aktionärsanträge gegründet. Dieser gehören den Angaben zufolge bereits 30 Schweizer und internationale Institutionen an, die zusammen ein Gesamtvermögen von 250 Mrd. Fr. verwalten.

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