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Auf diese Zusage hat die Schweiz gewartet. «Selbstverständlich werde ich der GPK zur Verfügung stehen und zur Klärung offener Fragen beitragen», sagt Marcel Ospel (60) zu BLICK.
Damit ist klar: Der langjährige Chef der UBS versteckt sich nicht. Ospel wird sich der Untersuchung stellen und vor der Geschäftsprüfungskommission (GPK) von National- und Ständerat aussagen. Eine zwölfköpfige Arbeitsgruppe untersucht derzeit das UBS-Debakel sowie die Rolle des Bundesrates in der Finanzkrise.
Der Druck auf Ospel war enorm. Vor einer Woche forderten Politiker von links bis rechts im SonntagsBlick, auch Ospel müsse vor der GPK antraben. Dieser Forderung kommt er nun nach – ohne Wenn und Aber. Ospel zu BLICK: «Ich habe nichts zu verbergen.»
Über die Gründe für seine Aussage sagt der Basler: «Mir scheint wichtig, dass in diesen Themen bald Ruhe einkehrt. Nur so können sich die im Fokus der GPK stehenden Behörden ungestört auf ihre zentralen regulatorischen Aufgaben konzentrieren.»
Sich wieder auf ihre Arbeit konzentrieren zu können – das wünscht Ospel indirekt auch der UBS: «Den betroffenen Marktteilnehmern würde diese Ruhe Raum verschaffen, sich mit voller Kraft ihren Kernfunktionen, namentlich der Kundenbetreuung, zu widmen.»
Allerdings hat Ospel noch immer keine Einladung nach Bern bekommen. «Die mit dem UBS-Dossier betraute GPK hat mich bis heute nicht zu einem Gespräch eingeladen», sagt Ospel.
Das dürfte sich bald ändern. Hans Hess, FDP-Ständerat und Präsident der GPK-Arbeitsgruppe, sagte am Wochenende zum SonntagsBlick, man habe «mit grossem Aufwand» Ospels Adresse ausfindig gemacht. «Wir werden ihn einladen.»
Die Anhörung Ospels könnte schon sehr bald stattfinden. Bereits Ende Mai muss der GPK-Bericht vorliegen. Um Ospel vor dem Rummel zu schützen, wird er voraussichtlich nicht im Bundeshaus befragt, sondern an einem geheimen Ort in Bern.
Das gilt auch für andere Ex-UBS-Manager. Ihre Bereitschaft zur Aussage bereits signalisiert haben unter anderem die beiden ehemaligen Konzernchefs Marcel Rohner und Peter Wuffli. Laut der UBS stehen auch amtierende Topleute wie Oswald Grübel oder Kaspar Villiger für Anhörungen zur Verfügung.
Seine GPK-Anhörung wird Ospels erster Auftritt seit bald zwei Jahren. Nach Abschreibungen von 40 Milliarden Franken musste er an der UBS-Generalversammlung vom 23. April 2008 zurücktreten. Seine Rede endete mit dem Satz: «Wer den kalten Wind nicht aushält, der hat auf dem Gipfel nichts zu suchen.»
Seither lebt er zurückgezogen. Keine öffentlichen Auftritte, keine Stellungnahmen, keine Fotos, keine Interviews.