Philippe Gaydoul über seine Firma Navyboot «Ich erkenne keinen roten Faden!»

Unternehmer Gaydoul spricht so offen wie nie über seine Schuhmarke. Blick weiss, dass der Ex-Denner-Chef am Montag einen neuen Designchef vorstellt und was er sonst noch alles plant.

  • Publiziert: 08.05.2010, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Daniel Meier
play Philippe Gaydoul (r.) im Gespräch mit Ringier-Journalist Bruno Affentranger am AWD-Cash Powertalk. (Philippe Rossier)

Klartext von Unternehmer Philippe Gaydoul beim Cash Powertalk am Donnerstagabend in Zürich: «Ich bin mit Navyboot noch nicht da, wo ich hin will.» Und noch deutlicher kritisiert er seine eigene Schuhmarke: «Ich erkenne bei Navyboot keinen roten Faden. Die Marke muss für etwas stehen und einen Wiedererkennungswert haben. Das hat sie heute nicht.»

Schwieriges Jahr 2009

Das vergangene Jahr war ein schwieriges für Navyboot. Daraus macht Gaydoul kein Geheimnis. Hat er die Firma zu wenig genau unter die Lupe genommen, bevor er sie im Juli 2008 kaufte? «Sie können mir jetzt vorwerfen, dass wir die Due Dilligence nicht richtig gemacht haben. Es ist schon so, man kann nie alles sehen», gibt der Geschäftsmann offen zu.

Es gäbe «viele kleine Baustellen», sagt Gaydoul, und er müsse den Familienbetrieb umbauen. «Wir müssen bei Navyboot die ganze Wertschöpfungskette im Griff haben. Von der Produktion bis zum Verkaufspunkt. Von meinem Grossvater habe ich gelernt: Wenn es geht, mach es ohne eigene Fabriken. Aber man kann mit strategisch wichtigen Lieferanten eng zusammenarbeiten.»

Für Gaydoul steht fest: Die Zahl der Produkte muss reduziert werden. «Früher wollte Navyboot alles. Am Ende wollte die Familie sogar noch Möbel verkaufen. Zum Glück kam es nicht soweit.»

Gaydoul nicht zufrieden mit der Qualität der Schuhe

Das Wichtigste sei das Produkt, sagt Gaydoul: «Es muss Top-Qualität haben. Auch hier bin ich noch nicht zufrieden. Wir haben noch nicht die Qualität, die wir haben müssen.»

Doch der Unternehmer packt die Probleme an: «Am Montag werde ich einen neuen Designchef für Navyboot vorstellen.» Ein Novum, denn: «In der Vergangenheit hat die Schuhmarke nur zu einem kleinen Teil selber kreiert. Das geht für mich nicht. Wir brauchen eine eigene Kreation, eigene Designer.»

«Ich liebe schwierige Leute»

Über seine Personalpolitik sagt Gaydoul: «Ich will immer die besten Leute. Und ich will Leute, die ihre Meinung sagen, auch wenn es nicht die gleiche ist wie meine. Ich liebe schwierige Leute.»

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