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Als Gabriela Fischer (46) das Couvert öffnet, kommt ihr alles wieder hoch. Sie kann nicht glauben, was man ihr da andrehen will.
Wie damals, als sie einen Teil ihres Vermögens bei der Credit Suisse in Papiere der Pleitebank Lehman Brothers investierte. Nachdem über die Bank der Konkurs verhängt wurde, hatte Fischer schlaflose Nächte.
Und jetzt das: Ein Brief mit einer Kaufempfehlung der Zürcher Kantonalbank für ein neues Anlagevehikel. «Bonus Protein» heisst es. Mit 100 Prozent Kapitalschutz.
Wie die ZKB versucht, das «Bonus Protein» zu verkaufen, stösst Fischer sauer auf. Solche strukturierten Produkte sind kompliziert. Kaum jemand kapiert sie auf Anhieb.
«Die ZKB müsste sicherstellen, dass die Kunden das neue Produkt verstehen, bevor sie es kaufen. Genau das war doch das Problem bei den Papieren von Lehman Brothers», sagt Fischer.
Der Verkaufsprospekt zeigt nicht einmal, welche Aktien im Produkt stecken. Dafür liegt gleich ein Kaufauftrag bei: Betrag einfüllen, unterschreiben, fertig.
Wer genau wissen will, was im Produkt steckt, muss zuerst auf der Webseite der ZKB die Informationen suchen.
«Nach der Affäre mit Lehman Brothers und Credit Suisse ist dieses Vorgehen der ZKB leider unsensibel», sagt der Zürcher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer. Er unterstützte Opfer mit Lehman-Ramschpapieren nach dem Kollaps.
Bei der ZKB spielt man den Ball an die Kunden weiter: «Wir gehen davon aus, dass sich unsere Kunden mit ihrem persönlichen Berater in Verbindung setzen, sollten Unklarheiten oder Fragen zum empfohlenen Produkt bestehen.»
Bei den Papieren von Lehman Brothers war der Kapitalschutz das Problem. Als Lehman Brothers pleite ging, war diese Garantie nichts mehr wert. Die ZKB kann wenigstens ihre Staatsgarantie vorweisen.
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Verärgert über die ZKB-Verkaufsmethode: Kundin Gabriela Fischer.