«Hypo-Bombe» entschärft Finma gibt Extrem-Regulierungspläne auf

Die Schweizer Finanzaufsicht krebst zurück. Ihre geplante Zwangsamortisation von Immobilien ist vom Tisch. Eine weniger scharfe Regulierung soll demnächst bekannt gegeben werden.

Immobilienbesitzer können aufatmen: Überbauung bei Dübendorf ZH. play
Immobilienbesitzer können aufatmen: Überbauung bei Dübendorf ZH. Keystone

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Seit Monaten bereitet die Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma eine weitere Regulierung für den Hypothekarmarkt vor. Der bisherige Plan: Immobilienbesitzer sollen in Tiefzinsphasen zur Zwangsamortisation verpflichtet werden.

Konkret soll die Differenz zwischen dem tatsächlichen Zinssatz und dem kalkulatorischen Zinssatz der Banken, der zurzeit bei 5 Prozent liegt, in die Tilgung des Kredits fliessen.

Mit dieser Regelung würden Immobilienbesitzer künftig rund das Doppelte bezahlen, als bisher (2 Prozent Zins, 3 Prozent Amortisation). Die Finma-Vertreter forderten die Banken auf, diesen Vorschlag als freiwillige Selbstregulierung zu übernehmen. Was die Banken ablehnten und Ende März die Gespräche abbrachen.

Sturm der Entrüstung wegen Finma-Plänen

Als der «SonntagsBlick» die Pläne der Finma Anfang April publik machte, folgte ein Sturm der Entrüstung. Die Schreibtische der Bundesräte wurden mit Protestbriefen überschwemmt. Bankenvertreter, unzählige Verbände, Professoren und auch Private warnten vor einer Durchsetzung dieser Regulierung, die eine «Hypo-Bombe» entzünden könnte.

Der Konsum würde stark einbrechen, so die Befürchtungen, von einem Kartell war die Rede, zu dem Banken verdonnert würden, da sie sich nicht mehr voneinander unterscheiden könnten, wenn bei jeder Bank gleich viel, nämlich 5 Prozent, bezahlt werden müsste.

Auch auf einen starken Einbruch der Bau- und Immobilienwirtschaft wurde verwiesen. Speziell vor dem Hintergrund, da neueste Studien zeigen, dass die Preise für Wohneigentum in der Schweiz erstmals seit langer Zeit am Sinken sind.

Kompromiss mit den Banken gefunden

Wie sich nun zeigt, hat die massive Opposition gewirkt. Die Finma krebst zurück von ihrer ursprünglichen Idee.

Finma-Chef Mark Branson hatte vergangenen Dienstag hohe Bankenvertreter der UBS, CS, Raiffeisen und der ZKB nach Bern geladen. Die Zwangsamortisation, so verkündete er dort, werde verworfen.

Stattdessen einigte man sich auf eine neue Regelung: Immobilien-Besitzer sollen künftig verpflichtet werden, innert 15 Jahren auf eine Belehnung von 66 Prozent zu amortisieren.

Die bisherige Regelung, die ebenfalls erst kürzlich von der Finma eingeführt worden war, sieht noch 20 Jahre vor. Das neue Regelwerk «light» soll demnächst verkündet werden.

Publiziert am 29.05.2014 | Aktualisiert am 29.05.2014
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7 Kommentare
  • Andreas  Schnetzler 30.05.2014
    Eine Hypothek wird nicht über die volle Bausumme gewährt. Zudem wird der Kunde genau beurteilt. Was soll dann das FINMA Diktat von wegen Rückzahlung?
    Vielleicht sollte die FINMA die Banken dort kontrollieren wo es schwieriger aber viel gefährlicher ist, oder?!
  • Mats  Koch 30.05.2014
    Gar nicht so falsch die Idee, wenn gleichzeitig der Eigenmietwert entfallen würde. Viele Leute würden gerne etwas mehr erspartes ins Eigenheim stecken. Leider wird man noch als einzige in ganz Europa! fürs sparen bestraft und dafür der Willkür der Banken ausgeliefert.
  • Sascha  Hagmann , via Facebook 30.05.2014
    Wann wird der Eigenmietwert-Steuer abgeschafft ? Wir sind das einzige Land auf der Welt mit einem Eigenmietwert-Steuer!!!! Würde diese abgeschafft würde eine Abzahlung sinn machen!!!!!
    • Beat  Steiner aus Zug
      30.05.2014
      Ja Eigenmietwert abschaffen ist das Eine, aber dann will ich meinen Mietzins auch in Abzug bringen! Gleiches Recht für alle.
  • Adrian  Teuscher aus Oey
    29.05.2014
    Die Superbehörde soll gescheiter, endlich der GE Money Bank auf die Finger Klopfen.
  • Hanspeter  Niederer 29.05.2014
    Ein weiterer Beweis, dass die Finma eine Marionette der Bankster ist. Eigentlich war dieser Beweis aber gar nicht mehr nötig. Mittlerweile hoffe ich nur noch, dass es bald einen gewaltigen Crash gibt in unserer Geldgier-Ökonomie. Das würde nämlich der plattgewalzten Natur und damit der echten Lebensqualität sehr gut bekommen.