Ab Dezember kostet das Hunde-GA neu 760 Franken. Den SBB ist das Geschäft mit den Vierbeinern Gold wert.
Cocker Spaniel Sushi liebt sein Frauchen. Und die Bahn. Vor allem, weil er auf der Fahrt nicht in einer Transport-Box reisen muss. Er darf sich frei bewegen, sogar in der 1. Klasse. Denn das Hunde-GA der SBB kennt keinen Klassenunterschied. Das kommt auch bei den Fahrgästen an: «Ich will Sushi ja nicht den ganzen Tag in einer Tasche rumtragen müssen», sagt GA-Besitzerin Christa de Carouge (76).
Für die SBB sind die Vierbeiner ein tierisch gutes Geschäft. Allein im vergangenen Jahr verdiente die Bahn 2,57 Millionen Franken mit dem Verkauf von Hunde-GA und -Tageskarten. Mit den neuen Preisen ab Fahrplanwechsel im Dezember wird der Betrag auf über 2,7 Millionen Franken klettern. Tendenz weiter steigend.
Wer seinen Vierbeiner nicht mehr in die Handtasche packen kann, braucht ein gültiges Billett: «Kleine Hunde bis 30 cm Schulterhöhe, Katzen, Kaninchen, Vögel und ähnliche zahme Tiere dürfen in geeigneten Behältern als Handgepäck gratis reisen», sagt SBB-Sprecher Daniel Bach.
Knapp 3000 Hundehalter leisteten sich 2011 ein Hunde-GA. Kostenpunkt: 720 Franken. Hunde-GA verteuerten sich in den letzten drei Jahren um 17 Prozent, ab Fahrplanwechsel im Dezember 2012 kostet die Lizenz zum unbegrenzten Bahnfahren für Hunde neu 760 Franken.
Hunde-Tageskarten haben sich im Zeitraum von drei Jahren nur um rund 6 Prozent verteuert. Sie kosten demnächst 34 Franken pro Stück. 13 583 Tageskarten wurden 2011 verkauft. Ihr Absatz ist mit 10 Prozent innerhalb von drei Jahren
stärker gewachsen als jener der Hunde-GA (plus 4 Prozent). Für die SBB sind die Tiere noch aus einem weiteren Grund Gold wert: WeilHunde grundsätzlich unter oder zwischen den Sitzen Platz nehmen, gehen keine wertvollen Sitzplätze verloren.
Modeschöpferin Christa de Carouge, die selbst kein Auto mehr fährt, ist das GA für ihren vierbeinigen Begleiter eine tolle Sache: «Ich brauche nur noch einzusteigen – ohne ständig an das Billett für Sushi denken zu müssen.»
Erstmals seit Jahren gehen die Passagierzahlen der SBB zurück. Im ersten Halbjahr sank die Verkehrsleistung von 8,7 auf 8,5 Milliarden Personenkilometer, wie Mediensprecher Reto Schärli einen Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigte.
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