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Konrad Hummler, Präsident der VSPB (Archiv)
(sda)Die Tragik des Konrad Hummler. Den mächtigsten Gegnern streckte er die Zunge raus, aus vermeintlich sicherer Distanz. Jetzt hat ihn doch einer erwischt, und als Hummler hinter sich blickt, merkt er es endlich: Da ist nichts mehr. Kein Bankgeheimnis und keiner, der ihm hilft.
Was hat dieser Hummler alles von sich gegeben. Zwischen amüsant und haarsträubend. Schwarzgeld verstecken war bei ihm ein Menschenrecht: «Die Kapitalflucht geschieht in Notwehr. Das Bankgeheimnis ist ein Asylrecht.» Deutschland bezeichnete er als «Unrechtsstaat»: «Wer bei einer solchen Konstellation nicht Steuern hinterzieht, ist dumm.»
Die Zeiten haben sich geändert. Schritt für Schritt hat sich das Bankgeheimnis aufgelöst. Der Kampf ist längst aufgegeben. Nur Hummler machte munter weiter. Bei jeder anderen Bank wäre er wegen seiner Unbelehrbarkeit rausgeflogen. Aber Wegelin war seine Bank. Also ging er mit ihr unter.
Wegelin sammelte in den USA gezielt Ex-UBS-Kunden mit Schwarzgeld auf. Alle wussten, dass Wegelin zum idealen Ziel für eine US-Klage wurde: Nicht systemrelevant, steinalt, renommiert – und wegen Hummlers Provokationen besonders exponiert. Doch er hielt sich für unangreifbar, weil die Bank in den USA keine Filialen hatte. Zuletzt, als es eben doch ernst wurde, liessen ihn auch jene fallen, die er oft verhöhnt hatte: Behörden und Politiker.
Bankier wird Hummler nicht mehr sein. Noch klammert er sich an sein Amt als Präsident der NZZ. Doch auch dieser Kampf scheint verloren. Hummler hat alles verspielt.
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