Der tiefe Fall des Bankiers Hummler hat alles verspielt

  • Publiziert: 27.01.2012, Aktualisiert: 28.01.2012
Konrad Hummler, Präsident der VSPB (Archiv) play

Konrad Hummler, Präsident der VSPB (Archiv)

(sda)

Der Autor

Daniel Meier
Daniel Meier
Leiter Ressort Wirtschaft

Die Tragik des Konrad Hummler. Den mächtigsten Gegnern streckte er die Zunge raus, aus vermeintlich sicherer Distanz. Jetzt hat ihn doch einer erwischt, und als Hummler hinter sich blickt, merkt er es endlich: Da ist nichts mehr. Kein Bankgeheimnis und keiner, der ihm hilft.

Was hat dieser Hummler alles von sich gegeben. Zwischen amüsant und haarsträubend. Schwarzgeld verstecken war bei ihm ein Menschenrecht: «Die Kapitalflucht geschieht in Notwehr. Das Bankgeheimnis ist ein Asylrecht.» Deutschland bezeichnete er als «Unrechtsstaat»: «Wer bei einer solchen Konstellation nicht Steuern hinterzieht, ist dumm.»

Die Zeiten haben sich geändert. Schritt für Schritt hat sich das Bankgeheimnis aufgelöst. Der Kampf ist längst aufgegeben. Nur Hummler machte munter weiter. Bei jeder anderen Bank wäre er wegen seiner Unbelehrbarkeit rausgeflogen. Aber Wegelin war seine Bank. Also ging er mit ihr unter.

Wegelin sammelte in den USA gezielt Ex-UBS-Kunden mit Schwarzgeld auf. Alle wussten, dass Wegelin zum idealen Ziel für eine US-Klage wurde: Nicht systemrelevant, steinalt, renommiert – und wegen Hummlers Provokationen besonders exponiert. Doch er hielt sich für unangreifbar, weil die Bank in den USA keine Filialen hatte. Zuletzt, als es eben doch ernst wurde, liessen ihn auch jene fallen, die er oft verhöhnt hatte: Behörden und Politiker.

Bankier wird Hummler nicht mehr sein. Noch klammert er sich an sein Amt als Präsident der NZZ. Doch auch dieser Kampf scheint verloren. Hummler hat alles verspielt.

Kommentare (22)

  • Alfred  Meier , Binningen
    Hummler ist das Ebenbild unserer Politiker in Bern! Die kippen auch beim kleinsten Windstoss aus dem Ausland aus den Schuhen!!!!!!
    • 29.01.2012
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  • Rochas  Esteban , Bern
    Es wurden noch 10 weitere Schweizer Banken von den USA ins Visier genommen. Ich finde es amüsant, wenn die Leute das nur als "Fall Wegelin" abtun wollen, das war nur die Vorspeise für die IRS. Es ist Wahljahr in den USA, ein gefundenes Fressen für Populisten siehe Debatte um "Swiss Mitt"...
    • 29.01.2012
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  • Max  Brüllhardt
    schon unterhaltsam: die amis machen BUUUUUHHH und bei uns fallen die Banken um ... PS: so sieht also das Vertantwortung für das eigene Handeln übernehmen bei den Banken aus .. Flucht
    • 28.01.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Helena 
    Wie schnell sich die Zeiten doch ändern - und gerade erst noch vor ein paar Wochen wurde er uns als der Banken-Messias angepriesen....! ;-
    • 28.01.2012
    • 1 Gefällt mir
  • paulo  suizo , steinhausen
    Ist doch immer wieder lustig, wie alle auf dem Boden ankommen.
    Wobei man dem Hummler recht geben muss, was den Steuerdiebstahl angeht, denn die Politiker klauen uns das Geld aus der Tasche nur um sich Stimmen sicher zu können.
    Na JA; früher hatten wir die Raubritter und Heute die Politiker.
    • 28.01.2012
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