Humer räumt einen Chef-Sessel

  • Publiziert: 19.07.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

BASEL – Sesselrücken bei Roche: Konzernchef Humer gibt die operative Leitung ab, bleibt aber Chef des Verwaltungsrats. Sein Nachfolger Severin Schwan ist wie Humer Österreicher.

«Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Führungswechsel», kündigte Humer (61) seinen Rücktritt von der Konzernspitze nach fast zehn Jahren an. Er konzentriert sich ab 2008 ganz auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten. Dieses Amt hatte er zuvor schon ausgeübt.

Der Verwaltungsrat habe aber beschlossen, die Position des Präsidenten und des Konzernchefs künftig aufzuteilen. Humer ist seit 1998 Konzernchef und seit 2001 Verwaltungsratspräsidium.

Humers Nachfolger wird der 40-jährige Severin Schwan. Dieser Beschluss komme ziemlich überraschend, kommentierten Marktteilnehmer. Bisher galt der Leiter der Pharmadivision, Williams Burns, als wahrscheinlichster Nachfolger von Humer.

Severin Schwan ist promovierter Jurist und Ökonom. Er begann seine Karriere bei Roche im Jahre 1993 im Finanzwesen und ist derzeit Leiter der Roche-Division Diagnostics. Damit wird der gebürtige Österreicher Humer an der Konzernspitze durch einen Österreicher abgelöst.

Mit dem Schritt hat Roche gegenüber dem grossen Rivalen Novartis die Nase vorn: Die beiden Schweizer Pharma-Riesen werden seit langem wegen der Doppelmandate an der Spitze kritisiert. Trotz entsprechender Gerüchte hat Novartis bei der Bekanntgabe des Halbjahresresultats am letzten Dienstag keine Aufgabe des Doppelmandats von Konzernchef und Präsident Daniel Vasella angekündigt. (AP/bih)

Halbjahreszahlen: rasantes Wachstum

Roche legte auch seine Zahlen für das erste Halbjahr vor: Das Unternehmen steigerte den Konzerngewinn um 29 Prozent auf 5,9 Mrd. Franken. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 23 Mrd. Franken. Im Pharma-Geschäft wuchs Roche mit 18 Prozent fast drei Mal so schnell wie der Weltmarkt, wie das Unternehmen mitteilte. Bei den Krebsmedikamenten nahmen die Verkäufe um weitere 22 Prozent zu. In der Diagnostik-Sparte legten die Verkäufe um 5 Prozent zu. Diese Sparte will Roche mit der Übernahme für die US-Firma Ventana Medical Systems nun stärken. Damit erschliessen sich die Basler den Zugang zu gewebebasierten Testverfahren. Für das gesamte laufende Jahr zeigte sich Roche zuversichtlich.

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