Hose runter bei der UBS
Unglaublich: Peter Kurer schwänzt heute die Jahreskonferenz der UBS in Zürich. Immerhin: Weil er nichts Besseres zu tun hat, kann er spontan ins Bundeshaus reisen.
Von Daniel Meier, Simon Spengler und Henry Habegger | Aktualisiert um 01:34 | 10.02.2009
Heute punkt 9 Uhr legt die UBS endlich die Fakten auf den Tisch. Zu den Boni, zum Milliarden-Verlust, zum Stellenabbau.
An der Pressekonferenz im protzigen Granitbau der Zürcher Börse treten auf: Konzernchef Marcel Rohner (44) und der Brite John Cryan (48), seit fünf Monaten Finanzchef.
Und Peter Kurer (59)? Wo steckt der Verwaltungsratspräsident am Schicksalstag seiner Bank?
Auch Kurer tritt heute auf. Aber nicht in Zürich, sondern in Bern. Und zwar im Bundeshaus, zweite Etage, Zimmer 287. Dort tagt ab 8.15 Uhr die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK).
BLICK weiss: Kurer wird persönlich vor den 25 Kommissions-Mitgliedern auftreten. Und zu den heissen Fragen Red und Antwort stehen.
Hat der oberste UBS-Chef nun also doch verstanden, was es geschlagen hat? Akzeptiert er, dass ihm die Politik seit dem Rettungspaket nicht mehr egal sein kann? Dass er Rechenschaft schuldig ist?
Mitnichten! Kurer schwänzt den Mega-Event in Zürich nicht etwa aus lauter Respekt vor der Politik. Denn so unglaublich es tönt: Der UBS-Präsident hatte gar nie vor, in Zürich aufzutreten!
Die Medienstelle der Grossbank bestätigt: «Die Präsentation der Jahreszahlen ist Sache der operativen Führung, also von Konzernchef Rohner. Ein Auftritt des Präsidenten ist nicht vorgesehen.»
Das mag korrekt sein. Normalerweise gilt: Der operative Chef steht bei Jahrespressekonferenzen hin und der Verwaltungsratspräsident bei Generalversammlungen. Aber doch nicht in einer Krisensituation! Zumindest zur umstrittenen Boni-Frage hätte Kurer selbst Stellung nehmen müssen.
Schon vor einem Jahr hielt sich die Bank streng an die Gewaltentrennung. Kurers Vorgänger Marcel Ospel schickte ebenfalls Rohner vor. Und wurde dafür scharf attackiert. Sogar die NZZ kritisierte, Ospel habe an diesem Tag auf der Brücke gefehlt.
Immerhin: Weil Kurer in Zürich kneift, kann er kurzfristig in die Hauptstadt reisen. Die WAK schickte ihre Vorladung nämlich erst gestern Morgen an die UBS. Dass der Präsident höchstpersönlich antraben wird, hätte wohl niemand für möglich gehalten. Schliesslich wusste man, dass die Bank zeitgleich in Zürich informiert.
Deshalb ist Kurers Besuch in Bern auch für die Politiker zwiespältig. Zwar ist man gespannt auf die Erklärungen des obersten Bankers. Aber dass Kurer gar nie an der Jahrespressekonferenz auftreten wollte, versteht niemand. Philipp Müller (FDP, 56): «Die haben leider immer noch nichts begriffen. Es ist doch sonnenklar, dass in dieser aussergewöhnlichen Situation der Chef vorne hinstehen muss. Alles andere ist unentschuldbar.»
CVP-Präsident und WAK-Mitglied Christophe Darbellay (37) lässt nicht gelten, dass der Präsident nie an der Jahrespressekonferenz auftritt: «Es geht doch hier nicht um Tradition. Die heutige Lage ist so kritisch, dass das Argument ‹Haben wir immer so gemacht› nicht zählt.»
Die Kritik an Kurers Absenz zieht sich über alle Parteigrenzen hinweg. Jean-François Rime (SVP, 58): «Für mich ist das völlig unverständlich.» Josef Zisyadis (PdA, 52) wird deftig: «Die UBS-Bosse kümmern sich wirklich einen feuchten Dreck um die Interessen der Öffentlichkeit!»
An der Pressekonferenz im protzigen Granitbau der Zürcher Börse treten auf: Konzernchef Marcel Rohner (44) und der Brite John Cryan (48), seit fünf Monaten Finanzchef.
Und Peter Kurer (59)? Wo steckt der Verwaltungsratspräsident am Schicksalstag seiner Bank?
Auch Kurer tritt heute auf. Aber nicht in Zürich, sondern in Bern. Und zwar im Bundeshaus, zweite Etage, Zimmer 287. Dort tagt ab 8.15 Uhr die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK).
BLICK weiss: Kurer wird persönlich vor den 25 Kommissions-Mitgliedern auftreten. Und zu den heissen Fragen Red und Antwort stehen.
Hat der oberste UBS-Chef nun also doch verstanden, was es geschlagen hat? Akzeptiert er, dass ihm die Politik seit dem Rettungspaket nicht mehr egal sein kann? Dass er Rechenschaft schuldig ist?
Mitnichten! Kurer schwänzt den Mega-Event in Zürich nicht etwa aus lauter Respekt vor der Politik. Denn so unglaublich es tönt: Der UBS-Präsident hatte gar nie vor, in Zürich aufzutreten!
Die Medienstelle der Grossbank bestätigt: «Die Präsentation der Jahreszahlen ist Sache der operativen Führung, also von Konzernchef Rohner. Ein Auftritt des Präsidenten ist nicht vorgesehen.»
Das mag korrekt sein. Normalerweise gilt: Der operative Chef steht bei Jahrespressekonferenzen hin und der Verwaltungsratspräsident bei Generalversammlungen. Aber doch nicht in einer Krisensituation! Zumindest zur umstrittenen Boni-Frage hätte Kurer selbst Stellung nehmen müssen.
Schon vor einem Jahr hielt sich die Bank streng an die Gewaltentrennung. Kurers Vorgänger Marcel Ospel schickte ebenfalls Rohner vor. Und wurde dafür scharf attackiert. Sogar die NZZ kritisierte, Ospel habe an diesem Tag auf der Brücke gefehlt.
Immerhin: Weil Kurer in Zürich kneift, kann er kurzfristig in die Hauptstadt reisen. Die WAK schickte ihre Vorladung nämlich erst gestern Morgen an die UBS. Dass der Präsident höchstpersönlich antraben wird, hätte wohl niemand für möglich gehalten. Schliesslich wusste man, dass die Bank zeitgleich in Zürich informiert.
Deshalb ist Kurers Besuch in Bern auch für die Politiker zwiespältig. Zwar ist man gespannt auf die Erklärungen des obersten Bankers. Aber dass Kurer gar nie an der Jahrespressekonferenz auftreten wollte, versteht niemand. Philipp Müller (FDP, 56): «Die haben leider immer noch nichts begriffen. Es ist doch sonnenklar, dass in dieser aussergewöhnlichen Situation der Chef vorne hinstehen muss. Alles andere ist unentschuldbar.»
CVP-Präsident und WAK-Mitglied Christophe Darbellay (37) lässt nicht gelten, dass der Präsident nie an der Jahrespressekonferenz auftritt: «Es geht doch hier nicht um Tradition. Die heutige Lage ist so kritisch, dass das Argument ‹Haben wir immer so gemacht› nicht zählt.»
Die Kritik an Kurers Absenz zieht sich über alle Parteigrenzen hinweg. Jean-François Rime (SVP, 58): «Für mich ist das völlig unverständlich.» Josef Zisyadis (PdA, 52) wird deftig: «Die UBS-Bosse kümmern sich wirklich einen feuchten Dreck um die Interessen der Öffentlichkeit!»
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