Hollywood zeigt falsche Berge und falsche Bahn Hier ist nur das Viadukt echt

CHUR/LOS ANGELES (USA) - In einer teuren Hollywood-Produktion ist das Landwasserviadukt in der Nähe von Filisur GR zu sehen. Allerdings hat die US-Filmcrew bis auf die berühmte Brücke so ziemlich alles abgeändert.

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Vom neusten Werk von Regisseur Gore Verbinski (62) ist erst ein Trailer zu sehen. Der Film «A cure for wellness» soll nächstes Jahr in die Kinos kommen. Doch schon in der kurzen Vorschau auf den Horror-Thriller wimmelt es nur so von Fehlern. Die Echtheit der Schauplätze scheint für den Kultregisseur («Pirates of the Caribbean», «The Ring») nicht höchste Priorität zu haben.

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Screenshot aus dem Trailer: Der Zug ist zu modern, die Berge im Hintergrund zu schroff

Kurz gesagt: Eigentlich ist nur das berühmte, 65 Meter hohe Landwasserviadukt der Rhätischen Bahn echt. Der Rest ist in den Filmstudios zünftig nachbearbeitet worden. Der Zug, der über die Brücke fährt, ist falsch. Sogar die Berge im Hintergrund haben die Amis einfach ausgetauscht.

Riesenaufwand: Die Filmcrew montierte ein Kameragerüst an die Lok. play
Riesenaufwand: Die Filmcrew montierte ein Kameragerüst an die Lok.

Sie wollten Nebel und Schnee

RhB-Sprecherin Yvonne Dünser nimmt das sportlich. «Die Amerikaner wollten wohl noch etwas Nebel und Schnee im Film», sagt sie zu BLICK. Ursprünglich plante Verbinski sogar, einen Zug der Deutschen Bahn über die Brücke fahren zu lassen. «Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass es, in Anlehnung an unsere Züge, eine rote Komposition sein muss», sagt sie.

Die Amerikaner haben einen enormen Aufwand betrieben. «Die Filmcrew hat einen Tag lang einen RhB-Zug mit zwei Lokführern gechartert. Sie ist die Strecke während der Zugpausen 30-mal abgefahren», sagt Dünser. Gedreht wurde im Juni 2015.

Zum Vergleich: Hier das Landwasser-Viadukt in echt. play
Zum Vergleich: Hier das Landwasser-Viadukt in echt.

«Das macht uns stolz»

Ein RhB-Mitarbeiter war zur Überwachung und Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien mit dabei. «Und das alles für die paar Sekunden, in denen das Viadukt zu sehen ist.»

Regisseur Gore Verbinski filmt aus dem fahrenden Zug heraus. play
Regisseur Gore Verbinski filmt aus dem fahrenden Zug heraus. PD

Bei der Rhätischen Bahn freut man sich über die Gratiswerbung, auch wenn ein fremder Zug über die Brücke fährt. «Es macht uns schon ein wenig stolz, dass das Landwasserviadukt, das Markenzeichen der Rhätischen Bahn, dank dem Film in der ganzen Welt zu sehen ist.»

Publiziert am 23.12.2016 | Aktualisiert am 02.01.2017
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Bahngenuss hoch zwei im Bernina Express In einem Tag über die Alpen und zurück

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23 Kommentare
  • peter  Schaad 24.12.2016
    Und was soll nun ausgesagt werden? Es ist ein Film und keine Dokumentation über das Graubünden oder die Albulastrecke. Ein Film ist Fiktion, mit den heutigen Möglichkeiten wird halt die ideale Traumwelt zusammengestellt. Aber schön, dass so ein Meisterwerk, wie das Landwasserviadukt, noch real eingefangen werden muss.
    Im besten Fall interessieren sich ein paar Leute, wo wohl diese schöne Brücke steht und gehen sie sogar mal besuchen.
  • Annemarie   Setz 24.12.2016
    Die meisten Amerikaner wissen ja kaum den Unterschied zwischen Schweiz und Schweden, wie sollen sie denn wissen, wie es rings um das Landwasser-Viadukt aussieht. Sie brauche Kitsch und Unechtes: Das sieht man, wenn man durch Hollywood läuft. Aber "America is great"."
    • Philipp  Bloecker 24.12.2016
      Ach bitte, die meisten Schweizer kennen sich doch auch kaum mit Amerika aus. Und diese abgedroschene Pauschal-Aussage tut auch gar nichts zur Sache. Mir als Nicht-Amerikaner ist es übrigens auch herzlich egal, wie es in Wirklichkeit rings um das Viadukt aussieht. Zudem ist es für die Story völlig unerheblich. Und das hat weder mit Kitsch, noch mit Unechtheit zu tun. Es ist einfach unwichtig. Hauptsache das Ergebnis sieht gut aus und sorgt für die passende Atmosphäre. Ist doch nur Unterhaltung.
    • Divico  Tigurin aus Neuchâtel-Hua-Hin
      24.12.2016
      Richtig Herr Bloecker. Fantasie braucht seinen S p i e l r a u m. Voll ihrer Meinung also. Ganz anders als mit angenommer Initiative die man mit F a n t a s i e umsetzt ohne unser Verständnis. Da sind wir nun aber echt ohne unser zutun in Hollywood angekommen.
  • Fred  Apostel 24.12.2016
    Auch die zweite Szene ist falsch. Der USA-ICE fährt nicht in Oberhof im Thüringer Wald ein um wenig später unter dem Rennsteig im Brandleitetunnel zu verschwinden. Und die Alpen dahinter sind natürlich nicht echt. Trotzdem gut gemacht.
  • Mike  Wisler aus cham
    24.12.2016
    Das ist Hollywood! Da ist nichts so wie es ist, weder Bruce Willys auf dem Mars noch die RHB.
  • Ruedi  Lanz aus Aarburg
    24.12.2016
    Das weiss man doch schon seit bald 50 Jahren, dass in Hollywood mit falschen Karten gespielt wird. Die Filmemacher brachten es damals tatsächlich fertig, dass fast die ganze Welt glaubte, Amstrong habe als erster Mensch den Mond betreten! Die meisten Aufnahmen mussten ja später geändert werden, weil dem Regisseur zu viele unmögliche Fehler unterlaufen waren.
    • Philipp  Bloecker 24.12.2016
      Ah ja, wenn man also eine (fiktive) Horror-Story zur reinen Unterhaltung erzählt, so spielt man «mit falschen Karten». Herrlich. Aber mit den letzten beiden Sätzen haben Sie sich erfolgreich selbst disqualifiziert.
    • Urs  Seeland aus Seeland
      24.12.2016
      Lach, das mit der Bilderretuschen betr. Mondlandung stimmt. Hat aber wohl ganz andere Gründe. Man wollte sie "aufpeppen", und Photoshop gabs noch nicht. Wenn sie tatsächlich nicht auf dem Mond waren, hätte irgendeiner sein Schweigen gebrochen.
    • Ruedi  Lanz aus Aarburg
      24.12.2016
      Ja lieber Urs, bei der "Direktübertragung" der Mondlandung, an der ich damals selbst am Bildschirm sass, wehte z.B. die amerikanische Flagge in vollen Zügen. Weil es auf dem Mond gar keinen Wind gibt, kamen bei einigen Experten Zweifel auf. Also liess man die Originalaufnahmen für einige Zeit als verschollen erklären und nahm gewisse Korrekturen vor. Als sie "zufällig" wieder auftauchten, wehte die Fahne nicht mehr!