Hochrechnung der Migros Einkaufs-Tourismus kostet 20'000 Jobs in der Schweiz

Einkaufen im Ausland nimmt weiter markant zu. Mit rund 8 Mrd. Franken Umsatz ennet der Grenze verschwinden rund 20000 Jobs.

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Noch steht für die Detailhändler die ertragreichste Zeit des Jahres bevor. Doch das Christkind ­dürfte die Wachstumswünsche dieses Jahr kaum erfüllen. Der Detailhandel ist rückläufig. Die Branche leidet stark unter dem Einkaufstourismus, der dieses Jahr nochmals deutlich zugelegt hat. Und das gefährdet Arbeitsplätze. Wie Migros-Chef Herbert Bolliger mehrmals betonte, liegt der Zusammenhang zwischen Umsatzrückgang und Stellen­abbau auf der Hand. Auf Anfrage von BLICK hat die Migros nachgerechnet, wie sich die Abwanderung von 7 bis 8 Milliarden Franken Umsatz auf die Jobs in der Schweiz auswirkt: Sinkt der Umsatz derart drastisch, werden 18500 bis 21500 Arbeitsplätze überflüssig.

In den Grenzregionen trifft es vor allem Einkaufszentren und Kleingewerbler. Migros und Coop betonen, ein durch den Grenztourismus notwendiger Abbau erfolge wenn immer möglich über die natürliche Fluktuation.

Kritik am Preisvergleichs-Portal

Der Direktor des Gewerbeverbands, Hans-Ulrich Bigler, bestätigt: «KMU im Lebensmitteldetailhandel sind sehr stark vom Einkaufstourismus betroffen.» Bigler fordert, der Bund soll sein Engagement im Preisvergleichs-Portal beenden. Das animiere geradezu zum Einkauf im Ausland. Konsumentenschützerin Sara Stalder betont, die Stiftung für Konsumentenschutz rufe nicht zum Einkaufen im Ausland auf. Sie wolle mit dem Preisbarometer Transparenz schaffen. «Um einen solch drohenden Stellenabbau zu verhindern, müssen nun alle am gleichen Strick ziehen», sagt sie.

Der Einkaufstourismus könne nur gestoppt werden, wenn die Händler Importprodukte nicht mehr mit Preisdifferenzen von 30, 50 oder mehr Prozent zum angrenzenden Ausland anbieten.

Für 6 Milliarden Franken im Ausland eingekauft

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Credit-Suisse-Chefökonom Martin Neff schätzt das Einkaufsvolumen im Ausland derzeit auf rund 6 Milliarden Franken. Allerdings rechnet er damit, dass der Einkaufstourismus seinen Höhepunkt erreicht hat. «Dass Einkaufen im Euro-Land so viel günstiger ist, ist bei den Konsumenten erst in den letzten Monaten richtig angekommen», sagt er. Die Karawanen seien nach der Franken-Aufwertung erstmals grossflächig ins Ausland gezogen. Doch die Mobilität habe ihre Grenzen. Neff betont, dass der Konsumeinfluss der rund 65000 Immigranten in der Schweiz dieses Jahr nicht zu unterschätzen sei. Diese neuen Konsumenten würden den Detailhandel merklich stützen. Neff findet die Schätzung von 20000 gefährdeten Jobs übertrieben. Fakt ist: Die Arbeitslosenzahl im Detailhandel nimmt seit Monaten zu.

Publiziert am 29.11.2012 | Aktualisiert am 29.11.2012
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  • Mirjam  Kohler aus Teufen
    29.11.2012
    Wieso lässt Globus der zu Migros gehört seine Werbeprospeckte
    In Deutschland Drucken?
    In der Schweiz Drucken lassen ist angesagt!
  •   Sascha Mayer aus Thurgau
    29.11.2012
    Erst wenn die schweizerpreise 1:1 mit den europreisen stehen, werd ich mir überlegen was mir für mein geld gekauft wird!
  • Duri  Candrian 29.11.2012
    Pech !

    Am Kunden der im Ausland einkauft kanns nicht liegen!

    Die Schweizer Detailhändler hätten schon lange Zeit gehabt, um ihre Einkaufs- und Verkaufspolitik zu überdenken. Dieses Problem wurde ja nicht erst von gestern auf heute bekannt!

    Migros und Coop setzen auf ungelernte Arbeitskräfte. Feststellen werden aufgehoben zu Gunsten Teilzeitstellen, um Kosten zu sparen, wobei die Teilzeitarbeiter gleich viel arbeiten wie Festangestellte.

    Die Arbeit bei diesen Grosshändlern ist auch nicht besonders attraktiv. Die meisten Mitarbeiter fühlen sich einfach als "Gestellauffüller". Viel Fachkompetenz ist da nnicht gefragt.
  • Andreas  Dietrich aus Wettingen
    29.11.2012
    Sogar im Inland werden wir betrogen. Vor allem Coop bietet in zentrumsnahen Lagen günstige Waren gar nicht an, sondern nur in industriellen Einkaufszonen wie z.B. Dietikon, wo auch fast alle per Auto kommen. Wer meint er habe überall in der Schweiz daselbe Sortiment, täuscht sich. Da wird auch in der Schweiz von den Grossverteilern sehr genau nach Kaufkraft der Region und Kundensegment unterschieden.
  • Daniel  Grünenfelder 29.11.2012
    Es geht gegen Jahresende, die üblichen Drohungen gegen den Normalbürger kommen wie Weihnachten, könnte ja sein, dass die Bonizahlungen für die Chefetage sonst geringer ausfallen, der Golfclub etc. nicht mehr drin liegen könnte. Für die gleichen Oberen, die, um ein Beispiel zu nennen, sich an einem Fussball-Länderspiel in der VIP-Lounge als "Sponsoren", bezahlt mit Geld, das ihnen gar nicht gehört, mit erlesensten Köstlichkeiten die Bäuche vollschlagen, derweil der Normalbürger Fr. 100.00 und mehr bezahlt, damit auch die VIPs gratis auf ihre Rechnung kommen. Und nun soll mir einer dieser Chefs erklären, weshalb Otto Normalverbraucher nicht auch auf seinen Geldbeutel schauen und halt auch im Ausland billiger einkaufen soll z.B. Schweinsfilet in der Migros Deutschland Euro 10.00, Migros Schweiz Fr. 30.00 und mehr.... Ueberall wird der Normalbürger von gutverdienenden Chefetagen und Politikerinnen/Politikern nur noch geschröpft, wird ihm das Geld aus der Tasche gezogen wo es nur geht siehe z.B. wieder die heutige Debatte in den Räten betr. Bahn und eine damit in Erwägung gezogener Erhöhung der Mwst.