Hier ist Ihr Problem, Herr Steinbrück!

  • Publiziert: 13.05.2009, Aktualisiert: 13.01.2012

PARIS – Die Deutschen werden vom Fiskus richtig geschröpft. Laut der OECD sind fast in keinem anderen Land die Steuern und Abgaben so hoch wie bei unseren Nachbarn! Ist das die wahre schwarze Liste?

Peer Steinbrück hat bekanntlich für die Schweiz in Sachen Steuern nicht viel übrig. Doch vielleicht sollte sich Peitschen-Peer zuerst um seine eigenen braven – und ärmeren – Steuerzahler kümmern. Denn die werden vom Staat geschröpft.

Eine internationale Studie der OECD in 30 Ländern belegt: Den deutschen Arbeitnehmern mit wenig oder durchschnittlichem Einkommen belastet der Staat bis zu 52 Prozent Einkommenssteuer und Abgaben. Das ist ein trauriger Spitzenplatz! Nur Belgien und Ungarn sind noch höher.

Mässig verdienende Singles triffts am härtesten in Deutschland. Ein Alleinstehender mit einem Einkommen von 44000 Euro kann sich 52 Prozent davon gleich abschminken. Verheiratete und Haushalte mit Kindern stehen besser da. Die Steuer- und Abgabenlast liegt je nach Einkommen zum Teil weit unter 40 Prozent.

Deutschland hat ein Steuerproblem. Der Bund der Steuerzahler fordert Steuererleichterungen für Deutschland. Nur zum Vergleich: Die Schweiz belegt einen der hinteren Plätze. Wir liegen laut der OECD deutlich unter dem Schnitt der 30 Mitgliedstaaten.

Bei uns blieben laut der Statistik einem zum Durchschnittslohn von 100 Franken beschäftigten Single nach Abzug von Steuer und Sozialbeiträgen noch 70,5 Franken übrig. (num)

Bei Steinbrück zu Besuch

Morgen geht eine Parlamentarier-Truppe auf Tuchfühlung mit Steinbrück. Die Ständeräte Maximilian Reimann (SVP, AG) und Anita Fetz (SP, BS) sowie die Nationalräte Hans Rudolf Gysin (FDP, BL) und Geri Müller (Grüne, AG) treffen Steinbrück zu einem einstündigen Gespräch in Berlin. Mit welchem Ziel? Maximilian Reimann: «Wir wollen von Steinbrück hören, warum er die Schweiz als ‹Steueroase› bezeichnet und was er genau unter einer ‹Steueroase› versteht», sagt er der «BAZ». Und Anita Fetz will Peitschen-Peer erklären, dass sich seine Tiraden «kontraproduktiv» in der Schweiz auswirken.

Deutschland schafft «Bad Banks»

Das Bundeskabinett hat die Gesetzespläne für sogenannte Bad Banks beschlossen. Mit diesen staatlichen Mülldeponien sollen Banken von Risikopapieren entlastet und das schleppende Kreditgeschäft angekurbelt werden. Das Volumen der notleidenden Papiere in den Bankbilanzen wird auf mehr als 200 Milliarden Euro geschätzt.
play Schröpft sein Volk: Finanzminister Peer Steinbrück. (Keystone)

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