Es gibt nicht nur Job-Vernichter. Uhrenindustrie, Pharma oder der öffentliche Sektor bauen weiter aus.
Kündigungen bei der UBS, Abbau bei Lonza, Umstrukturierungen bei der Swisscom – eine Entlassungswelle scheint den Schweizer Arbeitsmarkt erfasst zu haben. Seit Juli wurden in der Schweiz bereits 5240 Stellen gestrichen. Insgesamt 10 785 in diesem Jahr (BLICK berichtete).
Der Schweizer Arbeitsmarkt auf dem Abstieg – stimmt das? Oliver Schärli vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) beschwichtigt mit einer Zahl: «Für dieses Jahr rechnen wir mit einem Beschäftigungswachstum von 40 000 Stellen.» Bereits im letzten Jahr wurden unter dem Strich 40 000 Arbeitsplätze mehr geschaffen als abgebaut, wie DRS 3 gestern meldete.
Neue Jobs sind vor allem in der Uhrenindustrie, der Pharma und im öffentlichen Sektor entstanden. Dieses Bild ergibt auch eine BLICK-Umfrage bei den grössten Arbeitgebern der Schweiz (siehe Tabelle).
Und selbst bei den Grossbanken geht es nicht nur abwärts. Die Credit Suisse stellte dieses Jahr 50 Lehrlinge mehr ein als letztes Jahr und will 2013 um weitere 50 aufstocken. Bei der UBS hat die Zahl der Beschäftigten im letzten Quartal noch leicht zugenommen, weil 400 Lehrabgänger übernommen wurden. Die Detailhändler Coop und Migros, die auch zu den grössten Arbeitgebern gehören, machen unter dem Jahr keine Angaben zur Entwicklung der Mitarbeiterzahlen.
Im nächsten Jahr kommt der Job-Motor Schweiz ein wenig stärker ins Stottern. «2013 gehen wir von einer Zunahme von 10 000 Stellen aus. Das ist praktisch eine Stagnation», sagt Schärli vom Seco. Laut aktueller Prognose wird die Arbeitslosenquote im kommenden Jahr auf 3,3 Prozent steigen.
Selbst dann wird es aber Unternehmen geben, die mehr Jobs schaffen. Schärli: «Man darf annehmen, dass auch nächstes Jahr in den Bereichen Bau, Pharma, Uhrenindustrie und im öffentlichen Sektor zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.»
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