Heute spannen Blocher, Hayek und Levrat zusammen

  • Publiziert: 10.09.2009, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Daniel Meier & Matthias Pfander

Die Banken haben genug Schaden angerichtet. Jetzt gibt ein hochkarätiges Trio Gegensteuer.

Was für ein Schulterschluss! Im noblen Hotel Bellevue in Bern treten heute auf: alt Bundesrat Christoph Blocher (68), Unternehmer Nicolas G. Hayek (81) und SP-Präsident Christian Levrat (39).

Wie kam es zu der ungewöhnlichen Allianz? Den ersten Schritt machte Hayek. Der Swatch-Präsident hat die Finanzbranche und die Banker immer wieder scharf kritisiert und vor einigen Monaten sogar öffentlich erklärt, er ziehe Gelder bei UBS und Credit Suisse ab. Aus Sorge, dass nach der Krise alles beim Alten bleibe, meldete sich Hayek direkt bei Blocher. Und forderte ihn auf, das wichtige Thema Grossbanken anzupacken.

Gegner entdecken Interesse an der gemeinsamen Sache

Das bestätigt Blocher gegenüber BLICK: «Ich erklärte mich bereit, etwas zu unternehmen. Aber ich fand, dass auch Hayek selber mit dabei sein soll.» Damit war der Uhren-Patron einverstanden. Und so fanden sich zwei der aussergewöhnlichsten Persönlichkeiten der Schweiz!

Der dritte im Bunde war schnell gefunden. SP-Chef Levrat hatte schon im Februar mit dem politischen Gegner Blocher zusammengespannt – im Interesse der gemeinsamen Sache, nämlich: Das Klumpenrisiko Grossbanken aus der Welt zu schaffen.

Nun stellt das Trio ein Manifest vor. Darin geht es um die Lehren aus der Finanzkrise. Und darum, wie sich die Schweiz vor dem Risiko UBS und CS schützen kann – damit das Land nicht noch einmal von einer Bank derart in Schwierigkeiten gebracht wird.

Die Erwartungen sind hoch

Eine wichtige Botschaft von Blocher-Hayek-Levrat lautet: Künftig soll weniger der Finanzplatz im Vordergrund stehen, sondern wieder der Werkplatz!
Als ob drei Prominente nicht reichen würden, sind an der brisanten Veranstaltung weitere bekannte Namen dabei: SVP-Präsident Toni Brunner, SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer sowie Kurt Schildknecht, Wirtschaftsprofessor und ehemaliger Geschäftspartner von Bankier Martin Ebner. Das gibt dem Projekt noch mehr Gewicht. Und schraubt die Erwartungen noch mehr in die Höhe.

Wenn sich die zwei grössten Parteien zusammentun und dabei von Topshots wie Hayek und Blocher unterstützt werden, zittern sogar die Banken. UBS und CS trifft die neue Allianz völlig unvorbereitet. Gestern versuchten deshalb einige Bankenvertreter verzweifelt, hinter den Kulissen etwas über die Pläne des Trios erfahren.

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