Und Tschüss! Heute Licht aus für 100-Watt-Glühbirne

  • Publiziert: 01.09.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Matthias Pfander

ZÜRICH – Coop und Migros machen auch mit und lassen die Glühbirnen auslaufen.

Ab heute gilt in der EU ein Verkaufsverbot für Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt. Gleichzeitig werden auch alle matten Glühbirnen aus den Verkaufsregalen verbannt.

Das hat auch Folgen in der Schweiz. Obwohl die Einführung eines Verkaufsverbots erst im nächsten Jahr ansteht, handeln die beiden Grossverteiler Coop und Migros bereits jetzt. Sie lassen die 100-Watt-Birnen und die matten Modelle auslaufen. Analog zur EU soll bis 2012 die Schweiz glühlampenfrei werden.

In der EU zeigt sich: Die Konsumenten sind über den radikalen Schritt nicht glücklich. In den letzten Tagen vor dem Verkaufsverbot kam es zu regelrechten Hamsterkäufen. Alle wollten sich noch mit den geschätzten Lichtquellen, dem Erbe von Thomas Edison (siehe Diashow rechts oben), eindecken.

Religiöser Streit

Um das elektrische Licht ist ein Kampf der Argumente entbrannt. Hier die beiden Lager:

Pro Sparlampe: Die Sparlampen verbrauchen viel weniger Strom als die Glühbirnen. Zudem produzieren sie weniger Abwärme. In Zahlen: Bei den Sparlampen wird 25 Prozent der Energie in Licht umgesetzt. Bei der Glühlampe nur 5 Prozent. Sprich: Die Glühlampe ist vielmehr eine Heizung als eine Lichtquelle.

Die Sparlampen sind zwar teurer als die Glühbirnen, dafür halten sie auch länger. Das im Vergleich zu den Glühlampen kältere Licht der Sparbirnen mache wach, heisst es zudem.

Pro Glühbirne: Die Glühbirne verbreitet viel wärmeres Licht als die Sparlampen. Es hat einen höheren Anteil Gelb und Rot. Es gibt zwar getönte Sparlampen, doch das Licht wird trotzdem anders empfunden. Einen weiteren Makel haben die Hersteller bereits gelöst: Es gibt Modelle, die sich dimmen lassen. Allerdings sind sie teurer.

Der teilweise sperrigen Form der Sparlampen mit den verschlungenen Röhrchen haben sich die Hersteller ebenfalls angenommen. Doch wer formschöne Sparlampen will, bezahlt ebenfalls mehr. Zudem strahlen die Sparbirnen UV-Licht ab und erzeugen elektromagnetische Felder.

Und schliesslich: Die Sparfunzeln enthalten Quecksilber. Geht eine Lampe in die Brüche besteht ein Gesundheitsrisiko. Am Ende der Lebensdauer müssen die Dinger deshalb auch als Sonderabfall entsorgt werden.

Was halten Sie von der Abschaffung der Glühbirne? Ein weiser Schritt oder völlig daneben? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

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