Heute läuft das Bankkunden-Ultimatum ab Sind die Valartis-Erpresser bloss Bluffer?

BENDERN (FL) - Hacker fordern von Kunden der Liechtensteiner Privatbank 10 Prozent ihres Vermögens, sonst würden ihre Namen heute veröffentlicht. Bis anhin ist nichts passiert. Waren die Drohungen nur warme Luft?

Opfer von Erpressern: Die Valartis-Bank in Bendern (FL). play
Opfer von Erpressern: Die Valartis-Bank in Bendern (FL). Keystone

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Dreiste Hacker erpressen vermögende Kunden der Privatbank Valartis mit Sitz in Bendern (FL). Hunderte sind betroffen, unter ihnen sollen Politiker und Schauspieler sein. «Unser Internetbanking wurde gehackt», bestätigt ein Sprecher der Bank dem BLICK.

Die Erpresser hatten letzte Woche mit den Opfern Kontakt aufgenommen. Sie drohten damit, die Liste der Bankkunden zu veröffentlichen – heute. Bloss: Bis jetzt ist keine entsprechende Liste aufgetaucht. Weder im Internet, noch wurde sie Medien zugespielt. Also alles nur ein Bluff?

Der Ton wurde immer aggressiver

Zuerst wollten die Kriminellen Geld von der Bank. Sie schickten ihr zum Beweis Kundendaten und boten dann ihre Hilfe beim Stopfen des Datenlecks an. «Die Bank sollte mehr als zehn Mal so viel zahlen wie üblich», sagte ein Sprecher. Weitere E-Mails folgten. Der Ton wurde immer aggressiver. «Sie haben uns erpresst und ein Ultimatum gesetzt.»

Die Valartis dachte nicht daran zu zahlen, man mache keine Deals mit Erpressern. Die Banker erstatteten stattdessen Anzeige bei der Polizei. Gegenüber dem Finanzportal Inside Paradeplatz behauptet einer der Erpresser: «Einige Kunden haben bereits mitgeteilt, dass sie zahlen werden. Ich erwarte einige Millionen.» Beweise lieferte er bislang keine.

Schlechtes Datenmaterial

Das Datenmaterial des Hackers sei schlecht, heisst es bei der Bank: «Es sind alte Daten von 2013. Es geht um Logindaten und Namen. Kein Kunde hat einen finanziellen Schaden erlitten.» Zugriff auf Kontostände habe der Unbekannte nie gehabt.

Die Erpresser behaupten das Gegenteil. «Wir haben Einsicht in alle Transaktionen und den Kontostand. Von den Anfängen der Bank Ende der 90er-Jahre bis Oktober 2016.» Zudem stünden sie mit mehreren Behörden in Deutschland und Österreich in Kontakt. Wenn ein Kunde nicht zahlen wolle – die Erpresser verlangen zehn Prozent des Kontostands als Schweigegeld –, dann werde sein Name im Internet publiziert. Bis jetzt ist aber nichts passiert. Alles nur warme Luft?

Publiziert am 07.12.2016 | Aktualisiert am 19.12.2016
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