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Auch der neue UBS-Präsident Kaspar Villiger tritt in die ewig gleichen UBS-Fussstapfen: Er lässt Geld über seine Topleute regnen. Am Wochenende wurde bekannt, dass die UBS in Übersee ihren Topbankern bis zu 50 Prozent mehr Lohn zahlt.
Grund: «Wir stellen fest, dass wir in wichtigen Bereichen systematisch Leute verlieren, die wir brauchen», so ein Sprecher zu den beschlossenen Massnahmen der Bank. Aber: Die Lohnerhöhung geht ausgerechnet an die Leute, welche unter anderem für die Krise verantwortlich sind – die Investment-Banker.
Bei den Politikern sorgt das für rauchende Köpfe: Bastien Girod, Nationalrat der Grünen, regt sich auf: «Das ist der falsche Weg von Herrn Villiger!» Es sei an der Zeit, den Gürtel enger zu schnallen, statt das Geld aus dem Fenster zu werfen. SP-Präsident Christan Levrat ist ebenfalls enttäuscht von Kaspar Villiger: «Ich hätte nur Verständnis, wenn der Schalterangestellte mehr verdienen würde.» Die Bank falle wieder in die alte Abzockerei zurück. SVP-Präsident Toni Brunner ist in dieser Hinsicht gleicher Meinung. «Die Bank macht die alten Fehler, wenn sie die Löhne vergoldet.»
Dass Villiger es zulässt, das Geld zur Motivation der Mitarbeiter eingesetzt wird, hält auch SVP-Nationalrat Alfred Heer für verkehrt: «Der Herr Villiger soll ein anderes Modell finden, um seine Banker bei der Stange zu halten!»
Motivation durch mehr Geld. Das Abwerben der besten Mitarbeitern untereinander. In der Bankenwelt ist dies gang und gäbe. «Die bieten sich ja gegenseitig immer höher», sagt Heer. Aber die UBS müsse andere Anreize finden, um ihre besten Leute zu halten. «Meinetwegen können Boni ausbezahlt werden – aber erst, wenn die Schulden beim Staat zurückbezahlt sind!»
Christian Levrat spricht sich hier für die Regulierung durch die Politik aus. «Die Krise zeigt, dass es falsch ist, die Banken schalten und walten zu lassen.» Das sei uns nun teuer zu stehen gekommen. Hier müssten von der Politik Spielregeln geschaffen werden. Kaspar Villiger zeige hier eine gewisse «Unbelehrbarkeit», so Levrat.
Was tun, wenn die Top-Banker im Investment-Bereich abspringen? Levrat sagts direkt: «Diese Casino-Abteilung sollte sowieso auf ein Minimum reduziert werden oder sogar von der UBS abgespalten werden.»
Girod hat einen konkreten Vorschlag, um die gierigen Boni-Banker zu motivieren: «Die Boni dürften erst nach zehn Jahren den Bankern ausbezahlt werden, so dass der Anreiz für die Banker da ist, langfristigen Erfolg für ihre Bank zu sichern.»
Doch Villigers grösste Sorge ist, dass der Staat ihm und der UBS dreinredet. Mit einer Lohnregulierung zum Beispiel. Girod ist grundsätzlich nicht abgeneigt. «Es ist gut, wenn der gesunde Menschenverstand ein bisschen durch die Politik vorgegeben wird.» Dagegen spricht Alfred Heer. «Eine staatliche Regulierung finde ich übertrieben. Es ist immer noch die freie Marktwirtschaft.»
Kaspar Villiger sagte im Interview mit der «Berner Zeitung»: «Wir müssen aufpassen, dass nicht im politischen Raum von den Laien etwas falsch gemacht wird». Dazu meint Bastien Girod: «Das ist die typische Arroganz der sogenannten Wirtschaftskapitäne.»
Auch Christan Levrat betont: «Das finde ich schon sehr grob, was Herr Villiger da rauslässt.» Und Alfred Heer sagt dazu nur: «Laien hätten es wohl beim besten Willen nicht geschafft, so viele Milliarden zu verlochen, Herr Villiger.»