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Mitte Juni liess die Helsana, der grösste Schweizer Krankenversicherungskonzern, zwei neue Billigkassen ins Handelsregister eintragen: die CMAR AG und die Firstcase AG. Jetzt läuft das Bewilligungsverfahren beim Departement des Innern (EDI). Das bestätigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Laut Helsana-Sprecher Rob Hartmans werden die zwei Kassen frühestens ab 2009 im Grundversicherungsgeschäft aktiv.
Doch schon der kommende Herbst bringt frohe Kunde für die Prämienzahler: Die Kassengruppen CSS, Helsana, Groupe Mutuel und Visana schicken ihre Billigkassen (siehe Box) mit äusserst attraktiven Prämien für 2008 auf die Jagd nach jungen, möglichst gesunden Neukunden. Auch Altkunden brauchen kaum mit Aufschlägen zu rechnen. Viele zahlen gar weniger für ihre Grundversicherung.
Wie ein Billigkassen-system funktioniert, das macht der Groupe-Mutuel-Chef Pierre-Marcel Revaz (53) seiner Branche seit Jahren vor. In jedem Kanton bietet eine seiner heute 14 Kassen eine Tiefstprämie an, oft die günstigste. Damit lockt er alljährlich attraktive Neukunden an, sogenannte «gute Risiken», die kaum zum Arzt gehen und daher tiefe Kosten verursachen.
Grosskassen wie CSS, Helsana oder Visana verloren deshalb Kunden. Ihnen verblieben die älteren, häufiger kranken Versicherten. Diese trauen sich nämlich kaum, die Kasse zu wechseln. Obwohl jeder Anbieter jeden Antragsteller vorbehaltlos in die Grundversicherung aufnehmen muss.
Heute kopieren die Grosskassen das System der Groupe Mutuel. Auch sie übernehmen oder gründen Billigkassen. Gut für die Versicherten: Wenn sie Jahr für Jahr zum günstigsten Versicherer ihrer Gruppe wechseln, sparen sie Hunderte von Franken.
Einziger Nachteil des Systems: Es funktioniert nur, wenn stets neue Kassen neue Tiefprämien anbieten.