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(Blick)
UBS-Konzernchef Marcel Rohner ist weg, ersetzt durch Oswald Grübel. Nun pfeifen es die Spatzen vom Dach: Auch Verwaltungsratspräsident Peter Kurer muss bald gehen. Ein ganz heisser Kandidat für seinen Posten: Joe Ackermann, der Schweizer, der die Deutsche Bank leitet.
Für ihn machen sich die Bundesräte Pascal Couchepin und Doris Leuthard stark. Doch Hans-Rudolf Merz lehnt ihn ab – weil Oswald Grübel laut «Sonntag» keinen starken Mann über sich wolle.
Einer, der Joe Ackermann gut kennt, ist Nicolas G. Hayek. Der Uhrenkönig ist des Lobes voll: «Joe Ackermann als UBS-Präsident – das wäre eine gute Sache. Er hat einen tollen Ruf und geniesst Vertrauen. Er ist ein solider, diplomatischer Kämpfer, respektiert auch im Ausland. Er hat es geschafft, dass die Deutsche Bank immer noch solide dasteht.»
Aber können sich Ackermann und Grübel, beides Leithammel, überhaupt vertragen? «Das müssen sie», so Hayek. «Die UBS steckt in einer äusserst heiklen, schicksalshaften Situation. Und damit die ganze Schweiz. Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass wir uns Mimosen leisten könnten. Jetzt darf man nicht ‹pingelig› sein. Es herrscht ein massiver, brutaler Krieg. Ein General allein kann es nicht schaffen, unter keinen Umständen, es braucht mehrere Generäle. Bei der UBS gibt es Tausende von Problemen, und jedes einzelne ist riesengross. Wir brauchen alle unsere besten Schweizer Kräfte.»
Hayek hat Ackermann für den Verwaltungsrat der Belenos gewonnen – jener Firma, die Bahnbrechendes auf dem Gebiet der Energie und des Verkehrs liefern soll.
«Er ist mutig, einer, der vorwärtsgeht, auch angreift», so Hayek weiter. «Er hat der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Finanzminister die Stirn geboten. Er hat bewiesen, dass er ehrlich und stark ist. In der Schweiz hat man immer Angst vor starken Leuten. Aber wir sind ein kleines Land, so viele gute Leute haben wir nicht. Deshalb sollte man Joe Ackermann aus Deutschland zurückholen. Ob er bereit ist zu kommen, weiss ich nicht. Aber wir müssen ihn in die Pflicht nehmen und mit patriotischen Argumenten überzeugen. Er ist ein Schweizer, der für die Schweiz kämpfen kann.»
Neben Ackermann ist auch Kaspar Villiger im Gespräch. Er ist vor drei Wochen 68 geworden. Der frühere Finanzminister zu BLICK: «Wenn es einem so gut geht und man auch schon ein bisschen älter ist, sollte man einen so grossen Schritt nicht machen.» Das ist zwar ein Nein, aber ein so striktes nun auch wieder nicht.
Mitarbeit: Georges Wüthrich