Raiffeisen macht «Leuteneggers Filiale» zu Hausis Hausbank vor dem Aus

Trauer in Hausi Leuteneggers Heimatgemeinde Bichelsee TG. Das «Rütli» der Raiffeisen-Banken soll dichtmachen.

  • Publiziert: 22.02.2012
  • Von Thomas Röthlisberger
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Die erste Raiffeisen-Filiale der Schweiz soll geschlossen werden.

(Leserbild 8989)
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Self-Made-Millionär Hausi Leutenegger.

(Ex-Press)

In Bichelsee TG gründete Pfarrer Johann Traber 1899 die erste Raiffeisen-Bank der Schweiz. Berühmtester Kunde der Filiale ist Jetsetter und Millionär Hans Leutenegger (70). Jetzt soll Hausis Hausbank geschlossen werden.

«Seit ich vor 47 Jahren meine erste Firma aufgemacht habe, läuft alles über mein Konto in Bichelsee», sagt Leutenegger, der sich via Handy aus Gran Canaria meldet. Hausi ist Ehrenbürger der kleinen Gemeinde im Thurgau, kam hier zur Welt. «Ich hab die Bank gross gemacht, bin ihr grösster Kunde.»

Mittlerweile gehören zur Raiffeisenbank am Bichelsee weitere Filialen. Doch nun soll der Hauptsitz in Bichelsee geschlossen und ins benachbarte Turbenthal ZH verlegt werden.

Widerstand in der 1200-Seelen-Gemeinde

Damit soll die dort ansässige Filiale gestärkt und das Tösstal besser eingebunden werden. Am Ursprungsort der Schweizerischen Raiffeisen-Bewegung würde nichts mehr an die Bank erinnern.

Klar, regt sich am malerischen Bichelsee der Widerstand. Seit Montag werden in der 1200-Seelen-Gemeinde Unterschriften gesammelt. «Wir sind stolz auf die historische Bedeutung unseres Ortes», sagt Willy Weibel, «mit der Petition wollen wir den Verwaltungsrat bitten, unsere Bank nicht zu schliessen.»

Denn wirtschaftliche Gründe seien zwar das eine, meint der Sekundarlehrer, die emotionale Bindung zu einem Ort jedoch das andere. So wird auch das Erbe von Pfarrer Traber, dem Raiffeisen-Pionier, hochgehalten im Dörfli. Hier gibts einen Traber-Brunnen, eine Traber-Schule und eine Traber-Stube im Pfarrhaus.

Hausi bleibt der Raiffeisen treu

«Bichelsee ist das Rütli der Raiffeisen-Bewegung», sagt Weibel. Und das Rütli könne man ja auch nicht einfach um­platzieren. Er und seine Mitstreiter erhoffen sich rund 500 Unterschriften. Nächste Woche sollen sie dem Verwaltungsrat der Raiffeisenbank am Bichelsee übergeben werden. Ob sich dieser den Umzug nochmals überlegt, ist unklar.

Gegenüber Blick.ch nimmt die Raiffeisen-Bank Stellung: «Der Ursprung der Schweizer Raiffeisen-Bewegung liegt in der Gemeinde Bichelsee-Balterswil. Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat
vor Ort haben die Situation gut analysiert. Die Verlegung der Geschäftsstelle innerhalb der Gemeinde macht aus geografischen und wirtschaftlichen Gründen Sinn und entspricht einem Kundenbedürfnis», sagt ein Mediensprecher.

Und wie steht Hausi»zur Schliessung? «Ich bleib der Raiffeisen treu», sagt der 70-Jährige. Die Bewohner in Bichelsee müssten nun halt über den eigenen Schatten springen.

Kommentare (5)

  • Toni  Egger
    Nun ist diese Bank das gleiche wie andere Banken, welche auch anonym die Kunden betreut. Ich kann nun meine über 40 jährigen Geschäfte mit dieser Bank nur noch rein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten abwickeln und ich werde mir daher überlegen, ob ich meine Hypotheken zu einer anderen Bank verschieben kann, welche ich rein nach wirtschaftlichen Kriterien auswählen könnte. Seit dem Zusammenschluss welchselt das Personal fast wie der Wind !
    • 23.02.2012
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  • Thaddeus  Appenzeller
    Bravo Hausi! Er ist ein moderner Robin Hood!
    • 23.02.2012
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  • Heinz  Muenger
    Hallo Hausi, wenn jetzt "Deine" Bank in Bichelsee "dicht" macht - kein Problem, ich würde Deine Gelder bei mir im grossen Safe mit Aufschrift "Raiffeisenbank Bichelsee" gut verwalten...grins...
    • 23.02.2012
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  • Wayan  Westra
    Also meine Hausbank ist die Bank Mandiri, Legian. da ist es fast familiaer. Und man arbeitet noch mit dem guten alten Bankbuechlein. Oder kann es ssein, dass Indonesien einfach 63 Jahre hinterherhinkt?
    • 23.02.2012
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  • Ivan  Faoro
    Unsere Gemeinde heisst Bichelsee-Balterswil und wir haben 2600 Einwohner!
    • 22.02.2012
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