Hat private Spitex Rumäninnen ausgenommen? «Die Frauen wurden nach Strich und Faden ausgenutzt»

RAPPERSWIL-JONA - SG - 13 Franken Stundenlohn, Gratis-Überstunden, keine Sozialabgaben: Die private Spitex Lifepoint soll zwei rumänische Pflegerinnen ausgenommen haben. Die Firma weist die Vorwürfe zurück.

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Mehr Lohn, geregelte Arbeitszeiten, Aufstiegsschancen bei guter Leistung: Das wurden den beiden Schwestern von ihrer Facebook-Bekanntschaft versprochen. Die beiden Rumäninnen mussten nur ihre Jobs in Italien kündigen und nach Norden reisen.

Sie liessen sich nicht zweimal bitten. «Die Schweiz war ein Traum für uns», sagt die Jüngere. Beide erhielten eine Stelle bei der Firma Lifepoint GmbH in Rapperswil-Jona SG. Doch die private Spitex spielte mit gezinkten Karten: Beim kantonalen Arbeitsamt reichte sie andere Arbeitsverträge ein, als die den beiden aushändigte. Dies zeigen Dokumente, die BLICK vorliegen.

Die Unterschiede waren gross: Die Jüngere erhielt 2500 statt 3000 Franken, die Ältere 3000 statt 4500 Franken. Das ergibt Stundenlöhne von 13.35 und 16.05 Franken. Beides liegt deutlich unter den Ansätzen des Normalarbeitsvertrages Hauswirtschaft des Bundes. Doch damit nicht genug: Auch Überstunden und Entschädigungen für Pikett soll die Arbeitgeberin nicht bezahlt haben. Auf einzelnen Lohnabrechnungen fehlen zudem die Sozialbeiträge. 

Arbeitgeberin: «Frauen wollten sich bereichern»

Laut Unia betragen die offenen Forderungen mehr als 50'000 Franken. «Die beiden Frauen wurden nach Strich und Faden ausgenutzt», sagt Gewerkschafter Darius Eigenmann. «Sie wurden sieben Tage die Woche rund um die Uhr eingesetzt und hatten keinerlei Privatleben.»  

Lifepoint-Chefin Angela Zmorski weist die Vorwürfe zurück. Sie habe den beiden Frauen eine Chance geben wollen. Diese hätten aber schlecht gearbeitet und wollten sich an ihr bereichern. Am Montag findet eine Aussprache statt. «Wenn wir uns nicht einigen, wird der Fall wohl vom Arbeitsgericht entschieden werden müssen», sagt Zmorski.

Publiziert am 27.02.2016 | Aktualisiert am 12.06.2016
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4 Kommentare
  • Paul  Meier 28.02.2016
    Das ist moderner Menschenhandel und Sklaverei. Diese Firma sollte niemand mehr buchen und müsste vom Arbeitsamt sofort liquidiert werden. Diese feine Dame dürfte nie mehr eine Firma führen dürfen.
  • Rolf  Hess 28.02.2016
    Aus welchem Grund wurde denn diese PRIVAT Spitex gegründet? Um sich zu bereichern, Frau Zmorski.
  • Hansruedi  Bach aus Andelfingen
    27.02.2016
    Nehmt die Alten dran, die die die Leistung gekauft haben wegen Menschenhandel und Sklaverei! Das was hier geschieht ist eine Sauerei die sich die Reichen leisten! Jeder ist schuldig!
    • Felix  Saxer aus Ruswil
      28.02.2016
      Die Kunden bezahlen die Dienstleistungen an die Private Spitex und sicher nicht an die ausführenden Arbeiterinnen. Oder erhalten Sie vom Mechaniker die Rechnung für die Autoreparatur? Bitte überlegen, bevor Sie hier gegen die Kunden schimpfen. Zudem, die Frauen verdienten immer noch 10mal mehr als in Ihrem Heimatland und keiner hat sie gezwungen die Arbeit anzunehmen.