UBS-Schrottpapiere Hat die UBS den Bund ausgetrickst?

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Marcel Speiser

ZÜRICH – Hat die UBS der Nationalbank nur die schlechtesten der schlechten Schrottpapiere ins Körbchen gelegt? Klar ist: Der Rettungsfonds hat mit dem Giftmüll der UBS 2,8 Milliarden Verlust gemacht. Die UBS viel weniger!

600 Millionen Franken: So viel Gewinn habe die UBS letztes Jahr mit ihren Schrottpapieren gemacht. Das schreibt die Wirtschaftszeitung «Finanz und Wirtschaft» in ihrer aktuellen Ausgabe.

Zur Erinnerung: Im Herbst 2008 stand die Grossbank am Abgrund. Sie hatte in den USA viel zu viele komplizierte Wertpapiere gekauft, deren Wert ins Bodenlose sank. Sie wurden zu Giftpapieren.

Bund und Nationalbank eilten der UBS zu Hilfe. Grosszügig gründeten sie ein Rettungsvehikel: den so genannten StabFund. Der Plan: Die UBS darf dem Fund 54 Milliarden Dollar Schrottpapiere übergeben. Schliesslich hat sie aber nur rund 38 Milliarden an den StabFund abgeschoben.

Ein Jahr später zeigt sich: Die beiden Giftmüll-Päckli bei der Nationalbank und der UBS haben sich 2009 extrem unterschiedlich entwickelt.

Beim Rettungsfonds resultiert unterm Strich ein Minus von 2,8 Milliarden. Bei der UBS laut «Finanz und Wirtschaft» ein Gewinn von 600 Millionen.

Hat also die UBS den wertvolleren Schrott selbst behalten und dem Rettungsfonds die absoluten Ladenhüter überlassen?

«Nein», sagt UBS-Sprecherin Sabine Jaenecke. «Die 600 Millionen Gewinn zeigen nicht das vollständige Bild.» Insgesamt habe die UBS auf jenen Risikopapieren, welche sie nicht an den StabFund übertragen habe, auch einen Verlust gemacht. Wieviel genau, weisst die Bank aber nicht aus.

Überhaupt könne keine Rede davon sein, die UBS habe den Bund ausgetrickst. Jaenecke: «Es darf UBS keine schädigende Absicht unterstellt werden. Die Auslagerung der Risikopaiere an den StabFund diente damals zur Stabilisierung der Bank. Die ausgelagerten Papiere sind werthaltig und werfen Zinsen ab.»

Dennoch: Der Schrott der UBS erweist sich als weniger giftig als der Giftmüll beim Rettungsfonds. «Das ist bloss eine Momentaufnahme», sagt dazu Nationalbank-Sprecher Werner Abegg.

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Wirtschaft

Hat die UBS den Bund beim Rettungspaket für die Schrottpapiere ausgetrickst?»

  • 75% Ja, die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Bundes-Kröpfchen. Sauerei.
  • 25% Nein, die UBS hat einfach gut gepokert.