Hätten Sie es gewusst? Dafür kriegen Einkaufstouristen keinen Ausfuhrschein

Nicht für alle Einkäufe erhalten Schweizer Einkaufstouristen den begehrten grünen Ausfuhrschein, mit dem sich die deutsche Mehrwertsteuer von 19 Prozent zurückholen lässt.

Ansturm in einem Einkaufszentrum in Konstanz: Die deutsche Stadt am Bodensee ist ein beliebtes Ziel von Schweizer Einkaufstouristen. play
Ansturm in einem Einkaufszentrum in Konstanz: Die deutsche Stadt am Bodensee ist ein beliebtes Ziel von Schweizer Einkaufstouristen. Keystone

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Weihnachtszeit ist Shoppingzeit. Die Tage vor dem Fest nutzen viele Schweizer zum Geschenkekauf im nahen Ausland. Doch aufgepasst: Nicht für alle Waren gibt es den begehrten Ausfuhrschein, mit dem sich Schweizer die deutsche Mehrwertsteuer zurückholen können.

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Schweizer oder in der Schweiz lebende Deutsche bekommen an der Ladenkasse keinen Ausfuhrschein für Waren, die sie für ihre Segelyacht, ihr Motorboot, ihren SUV oder ihr Privatflugzeug benötigen, klärt der «Südkurier» auf. «Also: Selbst wenn der Ferrari in der Bodanstrasse liegen bleibt, gibt es auf das Abschleppseil keine 19 Prozent», schreibt die deutsche Regionalzeitung mit einer guten Note Sarkasmus. 

Weitere Produkte, für die es keinen Ausfuhrschein gibt: Stossstangen, Aussenspiegel, Verbandskasten, Motoröl oder Ersatzteile fürs Velo.

Deutsche ärgern sich über Wartezeit an Kassen

Offenbar gibt es immer wieder erstaunte Gesichter bei Eidgenossen, wenn ihnen an der Kasse niemand einen grünen Zettel aushändigen will. Und die einheimischen Deutschen ärgern sich, dass sie wegen der Einkaufstouristen lange Schlangen an den Kassen vorfinden.

Einkaufstourismus play

Letztes Jahr liessen sich Schweizer mit 17,6 Millionen Zetteln so viele Ausfuhrscheine abstempeln wie noch nie (siehe Grafik). Die deutsche Mehrwertsteuer beträgt 19 Prozent vom Nettopreis, für Lebensmittel gilt ein reduzierter Satz von sieben Prozent.

Übersteigt der Einkaufsbetrag in Deutschland die 300-Franken-Grenze, muss bei der Einfuhr in die Schweiz die hiesige Mehrwertsteuer entrichtet werden.

Auch für in Deutschland erbrachte und konsumierte Dienste wie Bus- oder Bahnfahrten, Restaurantrechnungen und Hotelübernachtungen gibts keinen Ausfuhrschein. Dafür können Schweizer keine Mehrwertsteuer zurückfordern.

Schnippisch schliesst die «Südkurier»-Autorin ihren Bericht: «Wenn Ihr Ferrari-Parkplatz demnächst mal wieder von einem Auto mit ZH-Kennzeichen belegt ist, einfach dran denken: Alles bekommt der auch nicht günstiger.»

Elektronische Ausfuhrscheine verzögern sich

Wie der «Südkurier» auch berichtet, gibt es noch immer kein elektronisches System für Ausfuhrscheine. Die Behörden hätten sich wortwörtlich verzettelt. Das deutsche Finanzministerium arbeite an einer umfassenden Lösung, um die Zollbehörden an der Grenze zu entlasten.

Eigentlich rechnete man bis Ende 2016 mit der Einführung eines elektronischen Systems. Wann der digitale Ausfuhrschein kommt, bleibt unklar.

Publiziert am 15.12.2016 | Aktualisiert am 12.01.2017
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54 Kommentare
  • Norbert   Jansen aus Meierskappel
    16.12.2016
    Es ist doch herrlich in D einzukaufen .Ich bin der Meinung wir führen ein wunderbares Verhältnis mit unserem Nachbarn nur getrennt durch den Fluss Rhein.Meine Frau und ich fahren gerne in den Schwarzwald ,und die Restaurants und Hotels haben überwiegend Schweizer Gäste dort.Wir glauben immer in D die Leute verdienen da nichts .Das ist leider ein grosser Irrtum,aber das kann nur behaupten der da noch nicht gearbeitet hat.Es gibt auf der ganzen Welt freundliche und unfreundliche Menschen.So ist es
    • Fritz  Frigorr 19.12.2016
      Stimmt, es gibt überall - also auch in D und in der Schweiz - unliebsame Mitmenschen. Doch leider hat es in der Vergangenheit immer mehr Schweizer, die sich beim Einkauf in D nicht zu benehmen wissen.
  • Alex  Ackermann 16.12.2016
    ich gehe immer mit einem Kleinwagen "Tschinggerucksack" nach Konstanz und lasse den Ferrari immer in meiner Garage stehen :-). Und wieviele Deutsche haben durch den Einkaufstourismus einen Job und nicht arbeitslos ?
  • Dieter  Scherrer aus Frenkendorf
    16.12.2016
    Das parlamentarische Establishment in Bern sollte etwas gegen die Hochpreisinsel Schweiz tun. Stattdessen werden Anliegen der Konsumenten regelmässig gebodigt. (z.B. Kartellrecht) Die Konsumenten goutieren das schlicht und einfach nicht und gehen daher im Ausland einkaufen.
  • Hansjörg  Cartier , via Facebook 16.12.2016
    Oder Kommt doch endlich die Einsicht diese Hürden, Raubrittertum aus dem Mittelalter zu unterlassen und unsere Superreichen Einfuhrprivilegien nun endlich zu streichen so dass wir nicht mehr für einen jeden Mist eine Reise von 50 Km auf uns nehmen müssen. Das währe doch einmal ein Geschenk an das Volk und eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte.
  • Hansjörg  Cartier , via Facebook 16.12.2016
    Es ist schon klar das unsere Demokratie sehr träge ist. Aber in diesem Falle sind es sie Politiker selber die daran verdienen und für ein jedes Produkt das eingeführt wird, eine Einfuhrbewilligung erteilen und diese Bewilligungen unter sich verteilen. Aber nach bald 40 Jahren beginnt das ganze Getue zu stinken. Und wird langsam aber sicher zu einem ökologischen Desaster. Müssen wir tatsächlich unsere Autobahnen ausbauen damit diese Schmarotzer ihre Taschen füllen können?