Aber zuerst den Schutt von Ospel, Kurer & Co wegräumen Grübel will zurück in die Zukunft

Grübel muss «eine neue UBS» bauen. Hat er sich den Job etwa einfacher vorgestellt?

  • Publiziert: 18.11.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Daniel Meier
play «Die alte UBS war schlecht gemanagt.» Oswald Grübel (REUTERS)

Zufall oder nicht: 15 Milliarden Franken Vorsteuergewinn verspricht Oswald Grübel. Genau so viel hat die UBS geschafft, als sie zum letzten Mal schwarze Zahlen schrieb.

Das war 2006, das Rekordjahr. Damals war noch Peter Wuffli Chef der UBS und Marcel Ospel Verwaltungsratspräsident. Im Sommer 2007 ging Wuffli von Bord, kurz darauf brach die Bank in sich zusammen.

Was will uns Grübel sagen? Dass die Herren Wuffli und Ospel zwar ein paar Fehler gemacht haben, aber eigentlich auf dem richtigen Weg waren? Dass er gleich viel Geld aus dieser Bank herausholen kann, aber diesmal ohne Crash?

Grübel bleibt ein Phänomen. Gestern sein Auftritt am grossen Investorentag im UBS-Konferenzzentrum Grünenhof in Zürich. Alle wollen endlich wissen, wie er das Ruder herumreissen will. Und er stellt sich mit seinem Team hin und sagt: 15 Milliarden.

Natürlich traut man seinen Ohren nicht. Der Mann nuschelt ja permanent, räuspert sich immer wieder. Aber es stimmt schon: Er hat 15 Milliarden gesagt. Und das obwohl die Bank heute deutlich kleiner ist als noch 2006. Von heute auf morgen schafft er das nicht: «Wir werden kurzfristig keine befriedigende Lösung finden.» Drei bis fünf Jahre wird es dauern. Kein Wunder, denn er hat Grosses vor: «Wir bauen eine neue UBS.» Grübel (wird am Montag 66) denkt offenbar noch lange nicht an die Pensionierung, sondern will weitermachen. Allenfalls sogar bis 2015.

Dass die UBS bis dann wieder viel Geld verdienen will, ist zwar ein gutes Zeichen. Aber über die Zeit bis dahin sagt Grübel nichts. Kein Wort zur Frage, wann die Bank wieder schwarze Zahlen schreibt oder wann der Abfluss beim Kundengeld endlich gestoppt werden kann.

Im Gegenteil. Auch das nächste Jahr wird schwierig werden. Das deuten die UBS-Manager am Investorentag immer wieder an. Zum Beispiel die toxischem Wertpapiere, die immer noch bei der Nationalbank lagern. Immer wieder gab es Gerüchte, die UBS wolle sie zurückkaufen. Grübel bestätigte gestern zwar: «Wir erachten das als moralische Verpflichtung.» Aber er musste einräumen: In den nächsten 12 Monaten ist das sicher kein Thema – weil die Bank dafür einfach noch nicht stark genug ist.

Seit neun Monaten ist er im Amt. Aber er wundert sich immer noch über den schlechten Zustand der Bank. Immer wieder lässt er spitze Bemerkungen über die alte Führung fallen. Manchmal subtil: «Wir müssen wieder die Reputation an die erste Stelle setzen. Das sollte natürlich bei einer Bank immer so sein.» Manchmal ganz offen: «Die alte UBS war schlecht gemanagt.»

Vieles zielt auf Ospel und Co. Aber langsam fragt man sich auch: Was hat eigentlich Peter Kurer gemacht? Er war zwischen Ospel und Grübel ein Jahr UBS-Chef, hat aber die Missstände nicht erkannt.

Der neue Herr im Haus räumt auf. Gezielt, energisch. Aber mit seinem 15-Milliarden-Ziel hat er noch längst nicht alle überzeugt. An der Börse sank die UBS-Aktie gestern um 3,5 Prozent.

Typisch Grübel. Er kneift die Augen zusammen und sagt: «Wenn es einfach wäre, wären wir alle nicht hier, und ich am allerwenigsten.»

Robert McCann: Ist er so gut, wie er tut?

Grübel hat einige neue Manager geholt, der bekannteste hatte gestern seinen ersten Auftritt. Fest steht: Robert McCann (51) glaubt an sich. «Ich bin neu hier, aber sicher nicht neu in dieser Industrie.» Der Amerikaner schwärmte vor allem von den 27 Jahren bei Merrill Lynch und ist sicher, dass alles gut kommt: «Ich weiss, wie man das macht. Ich habe das bei meiner früheren Firma auch geschafft.»

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