BERN - Heute öffnet der erste online Drive-in der Migros. Doch die Grossverteiler haben noch viel mehr vor: Sie wollen das Wägeli aus dem Laden verbannen.
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Vorfahrt für Online-Shopper: Der Drive-in eröffnet am Freitag.
Die Berner Testkunden machten grosse Augen, als ihnen vor einigen Wochen der Laden der Zukunft vorgestellt wurde: Da gibts weiter jedes Produkt zum Anfassen, sogar zum Ausprobieren. Doch statt ins Wägeli legt man hier das Produkt nur via Smartphone in einen virtuellen Warenkorb. Dann geht man zur Kasse – wo schon die gepackte Einkaufstasche wartet.
Laut Insidern war es die Migros, die hinter dem Testladen steckt. Doch Stellung nehmen will sie dazu nicht. Nicht erstaunlich: Denn das Shopping der Zukunft kommt in die entscheidende Phase.
Und morgen Freitag geht ein erstes Projekt aus der Küche der Planer «live»: Der erste Drive-in der Migros-Tochter LeShop ist mehr als nur ein Abholmarkt für Online-Bestellungen. Wer am Morgen bestellt, kann in Studen bei Biel BE nicht nur versandkostenfrei, sondern auch frischer abholen als bei Heimlieferung.
Der Drive-in bietet frische Produkte direkt aus der Region. In Staufen AG ist bereits der zweite geplant.
Mitbewerber Coop hat in der Stadt Zürich seit November 2011 ebenfalls einen Drive-in in Betrieb. Mit mässigem Erfolg.
Für die Macher hinter der neuen Strategie ist klar: Der samstägliche Grosseinkauf verschwindet immer mehr.
Die Kunden von heute wollen flexibel, frisch und unregelmässig Ware beziehen. Diese Ansprüche gilt es unter einen Hut zu bringen, wie Christian Wanner, Mitgründer und Chef von LeShop erklärt.
«Im Supermarkt der Zukunft können die Kunden nicht nur an jedem beliebigen Ort und zu jeder Zeit einkaufen, sondern auch frei wählen, wo und wann sie die Waren entgegennehmen wollen.» Denn, so Wanner: «Familien verändern sich, berufstätige Mütter und Väter wollen bequem und flexibel einkaufen und dabei Zeit sparen.»
Auch Coop bastelt am Laden der Zukunft. Hier hat man intern eine App-Strategie ausgerufen. Das Smartphone soll eine ganz entscheidende Rolle spielen.
Ein erster Schritt ist die «Passabene-App», mit dem die Warteschlange an der Kasse umgangen werden kann. In diesen Tagen wird es gerade auf den Kanton Bern ausgedehnt – in Heimberg und am Bahnhof Biel kann damit eingekauft werden.
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