Google: Das wird noch zu reden geben

  • Publiziert: 12.03.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Matthias Pfander

MOUNTAIN VIEW (USA) – Klammheimlich hat Google an einem neuen Angebot gebastelt. Es wird die Art und Weise verändern, wie wir telefonieren.

Eine einzige Telefonnummer, über sie ist man in Zukunft erreichbar. Egal, ob zu Hause mit dem Festnetztelefon vor dem Fernseher oder über das Handy während den Ferien.

Das neue Angebot heisst Google Voice. Und so funktioniert es: Zuerst muss man eine neue Telefonnummer registrieren. Mit ihr kann man per Internet alle Telefone verknüpfen: Das Festnetz, das Handy, die Nummer am Arbeitsplatz.

Mehr Kontrolle

Also eine Nummer für alle. Das heisst nicht, dass man noch mehr erreichbar ist. Per Internet lässt sich bei Google Voice steuern, ob bei einem Anruf gleich alle angemeldeten Telefone gleichzeitig klingeln, nur eines oder eben keines. Oder zu welchen Zeiten man über welches Telefon erreichbar sein will.

Wenn es klingelt, kann der Angerufene entscheiden, ob er das Gespräch gleich annehmen oder auf einen Telefonbeantworter umleiten will. Wird das Gespräch umgeleitet, kann man zuerst reinhören, was der Anrufer zu sagen hat.

Sprachmitteilungen als Text

Beim Telefonbeantworter lassen sich verschiedene Ansagen für bestimmte Anrufer speichern. Ruft die Frau an, einen charmanten Satz, beim Chef eine professionelle Ansage.

Spricht ein Anrufer auf den Telefonbeantworter, wird die aufgezeichnete Botschaft automatisch in Text umgewandelt und per SMS oder E-Mail verschickt. Das Abhören entfällt.

Ebenfalls praktisch: Während einem Gespräch kann die Verbindung von einem Telefon auf ein anderes weiter vermittelt werden. Telefoniert man über das Festnetz und muss plötzlich aus dem Haus, verschiebt man das Gespräch aufs Handy.

Diskussion über Datenschutz

Google Voice wird in den nächsten Tagen in den USA gestartet. Wie bei Google üblich, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Dienst auch in anderen Ländern erhältlich sein wird.

Google Voice vereinfacht das Leben, weil er das Telefon mit dem Internet verknüpft und Mitteilungen in Form von Text speichert. Alles in allem erhält der Nutzer mehr Kontrolle über seine Kommunikation und Informationen.

Die Kehrseite: Google kann noch mehr Daten über die Benutzer sammeln. Und das Thema Datenschutz ist bei den Angeboten von Google immer wieder ein kritischer Punkt. Das muss man im Auge behalten.

Top 3

1 156-Mio-Busse! Weil BMW die Schweizer Kunden benachteiligtebullet
2 Grösser, besser, billiger? Rabatt-Schlacht im TV-Geschäftbullet
3 Wegelin-Fall US-Richter nimmt Raiffeisen ins Visierbullet

Wirtschaft