Goldman Sachs und Morgan Stanley steigen ab

  • Publiziert: 22.09.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

NEW YORK – Historischer Wandel an der Wall Street: Wegen der Kreditkrise geben die zwei letzten verbliebenen US-Investmentbanken ihren rechtlichen Sonderstatus auf und werden zu gewöhnlichen Geschäftsbanken.

Die beiden Banken erhalten überdies in der Übergangsphase zusätzliche Notenbankkredite. Dies verschafft ihnen angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten etwas Luft.

Die Finanzkrise beendet damit die Geschichte der grossen unabhängigen Investmentbanken der Wall Street in ihrer bisherigen Form. Zu Jahresbeginn gab es noch fünf von ihnen.

Investmentbanken sind Spezialisten für lukrative Wertpapiergeschäfte aller Art sowie für Fusionen und Übernahmen von Firmen. Unter hohen Risiken erzielten sie oft enorme Gewinne, mit der Kreditkrise stürzten sie in grosse Schwierigkeiten, die meisten erlitten Milliardenverluste.

Unter stärkerer Kontrolle

Der bisherige Branchenführer Goldman Sachs und die Nummer zwei Morgan Stanley unterliegen künftig den Kontrollen, Regeln und Kapitalanforderungen, die auch für andere Banken gelten.

Bisher genossen sie weitgehende Freiheiten und konnten grössere Risiken eingehen, weil sie keine Geschäfte für Jedermann wie etwa Girokonten anbieten.

Die fünftgrösste Investmentbank Bear Stearns hatte im März ihrem Zwangsverkauf an den Finanzkonzern J.P. Morgan Chase zustimmen müssen. Lehman Brothers als Nummer vier meldete am vergangenen Montag Insolvenz an und die bisher drittgrösste Investmentbank Merrill Lynch rettete sich durch eine Übernahme in die Arme der Bank of America. (SDA)

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