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Sie meisterte diese Woche der Katastrophen, als sei sie schon seit Ewigkeiten Finanzministerin. Besonders deutlich wurde das in der TV-«Arena»: Eveline Widmer-Schlumpf wirkte hochkompetent, unbeirrbar sachlich und jedes Vertrauens würdig. Bei den Zuschauern blieb der Eindruck haften, es komme alles gut mit dem UBS-Rettungspaket – obwohl das alles andere als sicher ist.
UBS-Konzernchef Marcel Rohner trat auf der Gegenseite verunsichert und verkrampft auf. Bei den Zuschauern blieb der Wunsch haften, ihr Geld schleunigst in Sicherheit zu bringen – obwohl es der UBS dank der Rettungsmilliarden wieder besser geht.
Tragische Ereignisse wie der Herzstillstand von Hans-Rudolf Merz haben manchmal auch ihr Gutes: Zwar ist der Appenzeller durchaus ein ehrlicher und kompetenter Finanzminister – doch hätte er die Krise kaum so souverän angehen können. Schliesslich war Merz einst Vizedirektor des Ausbildungszentrums der UBS-Vorläuferin SBG, also befangen.
Noch schlimmer wäre es gekommen, hätte plötzlich Widmer-Schlumpfs Vorgänger Christoph Blocher in der Verantwortung gestanden: Der alt Bundesrat ist eng mit Marcel Ospel befreundet, war sogar zu dessen Hochzeit eingeladen. Im Gegenzug lobte Ospel Blochers Einfluss in der Regierung über den grünen Klee.
Weder Blocher noch Merz hätten so deutlich werden können wie Widmer-Schlumpf, als sie sagte, was sie von den bereits geplanten künftigen Millionenboni der UBS hält: «Erschütternd!»
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Christian Dorer, Stv. Chefredaktor