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Die Schweiz bleibt ein Sonderfall: Während andere westliche Industrieländer die Globalisierung vehement ablehnen, glaubt eine knappe Mehrheit der Schweizer an den Nutzen des zunehmend freien Welthandels. Gut ein Viertel fühlt sich allerdings vom raschen Wandel überfordert.
Nicht überraschend: Vor allem Gutsituierte, Junge und Städter erachten die Gobalisierung als vorteilhaft, während für Frauen, über 55-Jährige und die untere Mittelschicht die Nachteile leicht überwiegen .
Dieses Ergebnis kontrastiert mit einer kürzlich veröffentlichten Harris-Umfrage in sechs grossen Industrienationen, wo nur etwa jeder Fünfte für die Globalisierung ist.
Der «Sonderfall» ist erklärbar: Dank stark steigenden Exporten nimmt zurzeit die Beschäftigung zu und die Konsumenten profitieren von den billigen Importen. Die Schweiz zählt objektiv zu den Globalisierungsgewinnern.
Allerdings sagen 74 Prozent der Schweizer, dass die sozialen Unterschiede zugenommen haben; und 29 Prozent sind der Ansicht, dass die Personenfreizügigkeit die Löhne drückt.
Dass dies den Schweizern Sorge macht, zeigt sich darin, dass 77 Prozent die Managerlöhne begrenzen wollen, nur acht Prozent Steuervergünstigungen für Reiche gutheissen oder den Sozialstaat abbauen wollen. Der Anteil derer, die den Sozialstaat ausbauen wollen, ist auf 38,5 Prozent gestiegen. 2003 waren erst 25 Prozent für einen Ausbau.
Fazit: Ob die Globalisierung auch in Zukunft mehrheitsfähig bleiben wird, dürfte davon abhängen, ob es unserem gut ausgebauten Sozialstaat weiterhin gelingt, ihre unsozialen Folgen einigermassen abzufedern.
UBS-Chefökonom Klaus Wellershoff (43) ist anderer Meinung. Er glaubt, der Wettbewerb werde von selbst schon sehr bald für eine Korrektur sorgen. Falls nicht, räumt er ein, «gehen wir sozial unruhigen Zeiten entgegen».