Auch bei Schweizer Marken Gift in Outdoor-Jacken!

Ein Greenpeace-Report, der BLICK exklusiv vorliegt, weist auf Giftstoffe in Schweizer Textilien hin.

  • Von Thomas Ungricht
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Wer keine Gipfel stürmt, kann auf Kleider ohne Hightech-Chemie ausweichen. Sie sind trotzdem wind- und wasserdicht.

(Look-Foto)

Greenpeace analysierte 14 Kinder- und Damenjacken bekannter Outdoor-Marken wie The North Face, Patagonia oder Jack Wolfskin. Die Untersuchung der Umweltschutzorganisation, die BLICK exklusiv vorliegt, brachte zutage: Alle Kleiderproben enthalten giftige per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC).

Brisant: Es finden sich auch drei Modelle von Schweizer Her­­­­stellern unter den untersuchten Kleidungsstücken mit PFC-Schadstoffen. Das Modell Fujijama für Frauen von Mammut, die Jacke Annuka der Transa-Eigenmarke Kaikkialla und auch die Greenpeace-Regenjacke, die von Zimtstern produziert wurde. Mirjam Kopp von Greenpeace Schweiz: «Auch die Schweizer Textilindustrie trägt zur Belastung von Mensch und Umwelt durch gefährliche Chemikalien bei.»

Um bei den Hightech-Kleidern eine 100-prozentige Wind- und Wasserdichtigkeit zu erlangen, werden die Kunstfasern mit den giftigen PFC chemisch behandelt. Der gefährlichste PFC-Vertreter ist Perfluoroktansäure.

Das Gefährliche ist laut Experten, dass die Gifte von der Umwelt nicht abgebaut werden und sich im Körper anreichern können. Jüngste Studien sprechen von verminderter Frucht­barkeit, Schilddrüsenerkrankungen und Immunstörungen.

BLICK hakte bei Mammut, Transa, Zimtstern und The North Face nach. Wie kommen diese giftigen Stoffe in ihre Textilien? Auch zwei Tage nach der Anfrage wollte sich bis zum gestrigen Redaktionsschluss keiner dieser Hersteller dazu äussern.

Es geht auch anders: Bereits haben sich erste grosse Sportmarken wie Adidas oder Nike verpflichtet, sämtliche giftigen Chemikalien aus ihrer Produk­tion zu verbannen. Kopp rät den Konsumenten zu PFC-freien Alternativen, die es bereits im Schweizer Detailhandel gebe. Thomas Ungricht

Beliebteste Kommentare

  • Hardy  Wyss , Rümlang
    Dem Profit wird heutzutage alles geopfert. Die Umwelt und die Gesundheit der Kunden sind zweitrangig!
  • kocher  rodolfo , Seeland
    und dafür werden für bekannte Marken unanstständige hohe Preise bezahlt, um angeschrieben zu sein, aber nicht von mir!

Alle Kommentare (11)

  • René  Widmer , Ersigen
    Ich möchte gerne die chemikalienfreie, umweltfreundlich hergestellte, wasserdichte, leichte, atmungsaktive und leuchtfarbene Outdoorjacke sehen. Wäre dann wohl so ein Modell "Jutensack"...:-
  • jürg  frey , teufen
    Sorry, aber was solls? heute morgen, kaum ist es wieder kalt: Die Motoren werden warmlaufen gelassen, Scheibenwischer eingstellt, von wegen kratzen, warm muss es sein, bis die Scheiben abgetaut. Am Bancomaten. Geld holen und Motor laufen lassen, könnte ja kalt werden in 3 Minuten. Kratzen ist mühsam und kostet Zeit. Also, unsere Kinder wollen auch noch Luft atmen. Aber welches Drama um giftige Jacken. Gift ist immer und überall.
  • Adi  Finkelstein , Wädenswil
    Schade dass der Bericht nicht wirklich aufzeigt, was mit dem jungen Körper passiert, wenn man diese Jacken über die Wintermonate ein paar Stunden pro Woche trägt. Zudem entsteht kein direkter Körperkontakt... Dem "Chemie-Experten" von GP sei Dank!
    Das war wohl ein Eigentor...
    Aber Eierschwämmli aus Tschernobyl haben wir ja auch gegessen!
    Da habe ich nie etwas gehört...
  • Joe  Napoli
    Die Mammut Sports Group AG spart nicht nur in der Entwicklung der Produkte, sondern kündigte auf den 31.12.2012 vielen Lagermitarbeitenden, um in Deutschland ein "noch moderneres" Zentralisierungslager in Millionenhöhe zu erbauen. In der Schweiz wird steuergünstig das Geld verwaltet, entwickelt und hergestellt wird nur noch im günstigen Ausland. Aber die Preise bleiben gleich. Merkwürdige Tendenzen bei unseren Schweizer Firmen.
  • Herbert  Staub
    Mit den neusten Messgeräten, kann man in jedem Material, oder was immer es ist, etwas giftiges finden. Meist sind es, in der gemessenen Konzentration, absolut zu vernachlässigende Mengen. Dies ist auch in diesem Fall so. Aber eben, Greenpeace bauscht dies wieder auf und der Blick ist dankbar, für einen reisserischen Titel.
    • Vanessa  Hunziker
      Mich stimmt diesbezüglich nachdenklich, dass sich in allem schädliche Stoffe befinden - im Waschmittel, im Duschmittel, im Shampoo, der Zahnpasta, im Deo sowieso, in der PET-Flasche, in den Möbeln und und und...im einzelnen mögen die Mengen gering sein, aber in der Kumulation?
      • 29.10.2012
      • als Kommentar auf Herbert  Staub
      • 20
      • 4
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