Gewerkschafter Pardini fordert Job-Garantien für Syngenta-Angestellte «Auch eine ABB ist nicht sicher»

Was passiert mit den 3400 Mitarbeitern von Syngenta in der Schweiz, wenn die Chinesen am Drücker sind? Unia-Industriechef Corrado Pardini fordert Jobgarantien.

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Herr Pardini, Syngenta wird mit der Übernahme durch ChemChina verstaatlicht. Als Gewerkschafter muss Ihnen das gefallen. 

Corrado Pardini: Der Verkauf ist der freie Entscheid der Aktionäre. Sie müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und den Investor bestimmen, der mittelfristig die Interessen des Industriestandortes Schweiz am besten wahrt.

Das ist bläuäugig. Die Syngenta-Aktionäre sind zum Grossteil Ausländer. Die Schweiz ist ihnen egal. 

Pardini: Deshalb fordern wir von der neuen Leitung, dass sie uns ihre Unternehmenspolitik offenlegt. Wir fordern unser Mitwirkungsrecht ultimativ ein. Wir wollen einen zweiten Fall Alstom verhindern. Auch der Bundesrat und der Kanton müssen aktiv werden. Wir dürfen die Katze nicht im Sack kaufen. 

Sind die Jobs in Gefahr? 

Pardini: Jede Übernahme birgt Gefahren. Wir dürfen uns nicht auf Worte und Versprechen verlassen, sondern müssen handfeste Garantien einfordern. Im Ausland ist das gang und gäbe. Die Schweiz ist viel zu blauäugig. Das Ziel muss sein, dass der Standort Schweiz gestärkt und die Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Wir erwarten von den Chinesen ein Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft.

Welche Strategie verfolgen die Chinesen?

Pardini: Sie wollen High-Tech aus dem Westen. Das Land befindet sich in einem enormen Aufschwung. Für die weitere Entwicklung brauchen die Chinesen westliche Hochtechnologie. Solche Technologietransfers sind aber immer mit der Gefahr verbunden, dass auch Arbeitsplätze abwandern. 

Könnten die Chinesen weitere Schweizer Firmen kaufen?

Auf jeden Fall. Alle High-Tech-Firmen sind potenzielle Ziele. Auch eine ABB ist nicht sicher.  

Publiziert am 03.02.2016 | Aktualisiert am 05.02.2016
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18 Kommentare
  • rico  pölsterli 04.02.2016
    Herr Pardini eigentlich sind Sie sonst objektiv. Aber bezüglich Syngenta träumen Sie. Verkauft ist verkauft. Der neue Eigner bestimmt das weitere Vorgehen, nicht die Unia. Falls es weitere solche Deals gibt, bleiben uns noch die Asylanten und Frau Sommaruga. Prost Nägeli.
  • Herbert  Müller 03.02.2016
    "Garantien einfordern, überall im Ausland wird dies auch gemacht".....eben, deshalb gibt es im Ausland mehr Arbeitslose, weil der Arbeitsmarkt so stark reguliert ist. Je liberaler der Arbeitsmarkt, desto weniger Arbeitslose. Das ist längst erwiesen, das Umgekehrte auch. Nur die Gewerkschaft begreift dies nicht, warum ist mir eigentlich unerklärlich.
  • Lorenz   Müller 03.02.2016
    Ich möchte einmal in meinem Leben einen Gewerkschafter wie Pardini sehen, der ERFOLGREICH ein Unternehmen leitet oder gar auf die Beine stellt! Ich glaube, vorher gibt es auf der ganzen Welt keine Korruption und keine Kriege mehr.
  • Fabrizio  Meneghini aus Reinach
    03.02.2016
    Zum Glück kann ich ab den vielen Voten hier nur lachen.Wohlstand und Wirtschaftswachstum dank Sozialpartnerschaft und Sozialen Frieden.Aber die gewissen Schreiber die die Gewerkschaften an den Pranger Stellen möchten lieber einmal das Gegenteil erleben.Also weg mit GAV s, PK und AHV. Es wären genau die ersten die am jammern wären.Reden ist Silber,mal schweigen vieleicht in diesem Punkt Gold wert!
  • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
    03.02.2016
    Lieber Genosse Pardini, solange die Arbeitsplätze in der Schweiz sind, müssen sich auch die Chinesen an unsere Gesetze und Vorschriften halten. Eine Jobgarantie gibt es jedoch nicht in der Schweiz. Diese High-Tech-Arbeitsplätze können schrittweise in andere, billigere Länder verlagert werden wo man es mit Gesetzen und Sozialpartnerschaften nicht so ernst nimmt. Dies ist leider der Preis einer iberalen Marktwirtschaft wo Angebot und Nachfrage den Preis und den Arbeitsplatz bestimmt.