Gesellschafts-Ordnung in Gefahr Immer mehr Menschen sind trotz Arbeit arm

Trotz eines leichten Aufschwungs am europäischen Arbeitsmarkt haben immer mehr Menschen trotz Vollzeitjobs zu wenig Geld zum Leben.

Zu wenig Geld für Ferien oder Fleisch auf dem Teller - das gibt es auch in der Schweiz. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern stehen die Menschen in der Schweiz finanziell aber gut da. play
Vollbeschäftigt, aber trotzdem zu wenig zum Leben: In den EU-Ländern gibt es immer mehr sogenannte Working Poor. KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

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Der Anteil der von Armut bedrohten Menschen unter den Vollzeitbeschäftigten in den EU-Ländern stieg von 7,2 Prozent im Jahr 2013 auf 7,8 Prozent im letzten Jahr. Das geht aus einer heute von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Untersuchung hervor.

Der seit 2008 erhobene «Social Justice Index» der Stiftung zeigt, dass der Anteil der von Armut bedrohten Vollzeitbeschäftigten in Deutschland von 5,1 Prozent im Jahr 2009 auf 7,1 Prozent im vergangenen Jahr stieg. Immerhin gab es demnach aber einen leichten Rückgang im Vergleich zum Jahr 2014 mit 7,5 Prozent. Dies deute auf erste Wirkungen des Mindestlohns hin, erklärte die Stiftung.

«Legitimität der Gesellschaftsordnung wird untergraben»

Der Anstieg der sogenannten Working Poor - also Menschen, die trotz Arbeit von Armut bedroht sind - bereitet den Studienautoren grundsätzlich grosse Sorgen. «Ein steigender Anteil von Menschen, die dauerhaft nicht von ihrer Arbeit leben können, untergräbt die Legitimität unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung», erklärte der Vorsitzende der Stiftung, Aart De Geus.

Die Studie zeigt insgesamt eine leichte Erholung des Arbeitsmarktes in der Europäischen Union. Im Jahr 2015 waren demnach mit 215,7 Millionen Menschen fast zwei Drittel der Bürger (65,6 Prozent) erwerbstätig. Im Vorjahr lag der Anteil mit 64,8 Prozent etwas niedriger. Die Arbeitslosenquote sank von 10,4 Prozent auf 9,6 Prozent.

23,7 Prozent von Armut und Ausgrenzung bedroht

Das Armutsrisiko veränderte sich dagegen kaum. Noch immer waren laut der Untersuchung 23,7 Prozent der EU-Bürger von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Im Jahr 2014 hatte der Wert mit 24,4 Prozent nur leicht höher gelegen. Besonders hoch waren die Anteile 2015 etwa in Griechenland (35,7 Prozent), Rumänien (37,3 Prozent) und Bulgarien (41,3 Prozent).

Gerade in Südeuropa drohen junge Menschen abgehängt zu werden. EU-weit sind 26,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. In Griechenland, Italien, Spanien und Portugal ist dagegen im Schnitt sogar jedes dritte Kind (33,8 Prozent) von Armut bedroht.

Der Stiftungsvorsitzende De Geus warnte vor diesem Hintergrund: «Die wachsende Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen spielt den erstarkenden populistischen Bewegungen in die Hände.» (SDA)

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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34 Kommentare
  • David  Brunner aus Wetzikon
    15.11.2016
    Von wegen "Gesellschafts-Ordnung in Gefahr", die Gefahr droht nicht, das Unbill ist längst eingetreten und bestimmt vielen den Alltag. Die Missstände sind eklatant. Doch man ist Weltmeister darin, unerträgliches unter den Teppich zu kehren, kreativ, abzulenken, zu beschönigen, unverschämt, Monierer zu verunglimpfen, auf Juristen und Psychiater zu verweisen. Was nicht wahr sein darf, kann nicht sein, wenn doch, es braucht immer zwei, selbst schuld, wird schon etwas dran sein, ist halt so, . . .
  • roland  rohrbach aus Binningen
    14.11.2016
    Es gibt sogar Firmen in der Schweiz wo Menschen beschäftigen für
    4 Stunden und nicht mehr! Warum? Weil es ein Gesetz gibt wo sagt wenn jemand 4 Stunden Arbeitet so müssen Sie keine Sozialleistungen zahlen ( Pensionskasse) . In der Schweiz gibt es viele eklatante Zustände , beim KIGA hat man den Mitarbeiter einen Maulkorb verpasst! Sie sehen dort viele wo unter dem Gesetzlichen Lohn Arbeiten. Die Schweiz ist nicht heilig!
  • marc  klauser aus schmitten
    14.11.2016
    uns hat vor 40 Jahren auch niemand gesagt: Legen Sie sich hin für die nächsten 40 Jahre.
  • marc  klauser aus schmitten
    14.11.2016
    Faulen IV- Beziehern schon mal auf die Finger geschaut, liebe Nachbarn? Wie sich einige IV- Bezüger so wichtig tun und sich überall einmischen und quasi ganze Liegenschaften , besonders Mieter ärgern und sich am liebsten 1000ende Kubikmeter Schnee wünschen Mitte Oktober. Warum aber kann so einer nicht arbeiten gehn wie alle andern auch.
  • marc  klauser aus schmitten
    14.11.2016
    Es ist an der Zeit, dass gewisse Menschen auch einsehen müssen für Nichtstun aber alles haben wollen wie jene die sich abrackern um über die Runden zu kommen. unterstützen muss man Menschen die sich Mühe geben auf dem Arbeitsmarkt. Alles andere finde ich eher schlampig und faul wenn man gewissen Leuten alles abkauft wie krank und gebreblich sie doch sind verbunden mit ihren BURN OUTS- Attacken im blühendem Alter. Krankheiten erfinden ist die Taktik der Ärzte und Hochburg Chemie Produzenten.