Gemeinsame Antwort auf Uber-Offensive Jetzt kommt die nationale Taxi-App

NEUENBURG - Der Schweizerische Taxiverein will dem Fahrdienst Uber mit einer neuen App die Stirn bieten. Das Angebot richtet sich vor allem an kleinere Taxifirmen. Für Kunden sollen tiefere Preise resultieren.

  play
Mit der neuen App swiss-taxis.ch sollen kleine und mittlere Taxifirmen eine Chance gegen den US-Giganten Uber bekommen. Keystone

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Banker-Legende Oswald Grübel (73) über Trump «Nehmen Sie nichts für bare...
2 Lehrlinge zeigen ihren Arbeitsalltag Coop startet Snapchat-Offensive
3 Trauriger Rekord Caritas-Märkte für Arme boomen

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
6 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

Der Fahrdienstvermittler Uber mischt die Taxibranche auf. Jede Taxizentrale, die etwas auf sich hält, bastelt hektisch an einer eigenen App, um möglichst wenige Kunden an die Billigkonkurrenz zu verlieren. Für kleine Unternehmen ein schwieriges und teures Unterfangen.

In zwei Wochen soll sich die Lage bessern. Dann bringt der Schweizerische Taxiverein mit Sitz in Neuenburg die App swiss-taxis.ch auf den Markt. Sie richtet sich nicht an grosse Zentralen, sondern an kleine und mittlere Firmen.

«Derzeit gibt es in der Schweiz zu viele verschiedene lokale Apps. So hat die Branche gegen Uber keine Chance», sagt Patrick Favre (62), Vorstandsmitglied von swiss-taxis.ch, zu BLICK. «Wir können gegen die unglaublichen finanziellen Möglichkeiten von Uber nur bestehen, wenn wir unsere Kräfte bündeln.»

Die ganze Schweiz erobern

Favres App soll die ganze Schweiz erobern. Beim Start in zwei Wochen sind über 60 Taxifirmen von Genf bis Bern dabei. Der Vorteil: Jede Firma kann die App unter dem eigenen Namen führen. «Für in der Region verwurzelte Taxiunternehmer ist das zentral», sagt Favre. Im Hintergrund nutzen aber alle die gleiche Plattform.

Die Kunden sollen bei gewissen Fahrten bis zu 40 Prozent weniger bezahlen als heute. Konkretes Beispiel: Ein Taxifahrer aus Freiburg fährt einen Kunden zum Flughafen Zürich-Kloten. Die Rückfahrt bietet er im System an. Ein in Zürich gelandeter potenzieller Fahrgast kann diese via App buchen. Mit entsprechendem Rabatt.

«So vermeiden wir unnötige und teure Leerfahrten», sagt Favre. Es sei eine Win-win-Situation für Fahrer und Kunden. Das Ganze sei legal, betont er. Denn: «Weil es sich um eine Bestellung handelt, darf auch ein Freiburger Taxi in Kloten einen Gast mitnehmen.»

Auslastung der Taxis erhöhen

Auch die normalen Tarife würden sinken, je mehr Taxibetriebe mit der App arbeiten. «Heute sitzt ein Fahrer in einer Zwölfstunden-Schicht bis zu sieben Stunden herum und wartet auf Kundschaft», weiss Favre. Kann er dank der App die Auslastung auf 60 Prozent erhöhen, so verdient er mehr. Was wiederum für tiefere Preise sorgt.

Das Taxi-Angebot sei heute zu gross. Der einzelne Fahrer verdiene zu wenig. «Es kann nicht sein, dass einer 250 Stunden im Monat am Steuer sitzt, aber seine Familie dennoch nicht durchbringt und auf Unterstützung der Gemeinde angewiesen ist», sagt Favre.

Publiziert am 12.01.2017 | Aktualisiert am 15.01.2017
teilen
teilen
6 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

8 Kommentare
  • Hans  Müller aus Olinda
    12.01.2017
    Das gibt es in Brasilien schon einige Jahre.
    Wenn ich mit der App ein Taxi bestelle sehe ich den Namen des Fahrers, Marke und Modell des Wagens und die Autonummer.
    Ich kann wählen wie ich bezahlen will, Bar, Karte, App, und ich kann nach der Fahrt den Fahrer und den Wagen bewerten.
    In der hochtechnisierten Schweiz schaft man das erst 2017.
    Die erwähnten Apps heissen 99 und easy Taxi.
    Liebe App schreiber schaut das zuerst an bevor ihr etwas unbrauchbares entwickelt.
  • Marco  Weber 12.01.2017
    Da sieht man doch wieder wie Innovativ Schweizer Firmen sein können! Erst wird jahrelang gegen uber gejammert und dann plötzlich hat jemand den Geistesblitz: "Wir könnten eine App machen" Und die sind jetzt bestimmt auch noch wahnsinnig Stolz das sie auf eine solch bahnbrechende Idee gekommen sind.....
  • Erwin  Tust 12.01.2017
    Eine App fürs Taxis? So, im Jahr 2017 kommen die Schweizer Taxiunternehmen da nun auch mal selber drauf. Es wird nichts nützen, solange nicht die extrem hohen Preise endlich mal herunterkommen. Bern hat wohl die höchsten Taxipreise der Welt, noch teurer als Zürich. Es ist einfach Wahnsinn, wass die Taxis kosten.
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    12.01.2017
    OMG Endlich mal erwacht?
    Dass es aber in den AppStores Lösungen gibt, welche auch auf dem restlichen Festland immer mehr Verbreitung finden und entsprechend dem Kunden in vielen Städtten helfen hat man wohl nicht gemerkt. Schade, denn grad an der Grenze will man nicht für jede Ecke eine neue App installieren.
  • Peter  Hofer aus zürich
    12.01.2017
    Freiburg - Kloten mit dem Taxi.....sehr repräsentatives Beispiel. Hier verwechselt wohl jemand Wunsch und Realität. Das Taxibusiness in der Schweiz hatte nun ein paar Jahre Zeit etwas gegen Uber zu unternehmen und eine App ist das einzige Resultat?! Ich bleibe ein treuer Uber Kunde. Die Zürcher Taxifahrer haben mich genug lang geärgert. Die können mich kreuzweise.....oder bringt die App den Fahrer auch Anstand, Deutsch- und Ortskenntnisse bei?
    • Marco  Weber 12.01.2017
      Das dachte ich mir auch... wie oft das wohl vorkommt das ein Taxi von Freiburg nach Kloten fährt......