Geldsegen schmälert gemäss Professoren Leistung: «Zahlt Topmanagern keine Boni mehr»

Derzeit kassieren Manager und Banker ihre Boni. Diese verschlechtere aber die Leistung, sagen nun zwei Professoren der London School of Business.

Einige Konzerne bezahlen mehr Chefsaläre als Steuern (Symbolbild) play
Hohe Bonuszahlungen sind schädlich, lautet das Ergebnis einer Auswertung von 128 Einzelstudien. Gaetan Bally / Keystone

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Frühlingsbeginn ist Bonizeit. Jedenfalls für Banker und Topmanager. Sieben Jahre nach der grössten Finanzkrise in der jüngeren Zeit fällt der Geldsegen wieder reichlich auf die Wirtschaft nieder. Dabei seien Boni für die Leistung nicht förderlich. Im Gegenteil.

Zwei Professoren der London School of Business haben 128 Einzelstudien ausgewertet. «Hört auf, Topmanager nach Leistung zu bezahlen», titelten die Verhaltensforscher Dan Cable und Freek Vermeulen ihren Aufsatz in der Managementzeitschrift «Harvard Business Review».

Boni fördern Betrug

Ihr Fazit: Leistungsabhängige Bezahlung von Topmanagern habe nur Nachteile. Denn das stetige Schielen auf die vereinbarten Leistungsziele behinderten das Lernen und Entwickeln innovativer Strategien. Ob jemand innovativ und kreativ ist, hat laut den Professoren mit einer inneren Motivation zu tun. Und nicht mit der Lohnhöhe.

Ein weiteres Problem: Leistungsabhängige Bezahlung fördert Betrug. Vor allem dann, wenn die ausgemachten Ziele, kaum unter Einhaltung der Spielregeln zu erreichen sind. Die milliardenschweren Aufräumarbeiten bei vielen Banken seien Beweis genug dafür.

Sie werden dressiert

Die Professoren erhalten Unterstützung vom deutschen Neurobiologen Gerald Hüther, schreibt der «Tagesanzeiger». Laut Hüther wird dem vom Bonus gesteuerten Mitarbeiter eine Dressurerfahrung vermittelt: Dieser denke dann, er könne nur dank Zielvereinbarungen und Bonus Leistung erbringen. Und Stephan Hostettler von der Universität Zürich findet, es sei falsch, wenn die Leistung des Einzelnen zu stark an Boni geknüpft werde. Statt Bonusplänen rät er zur Erfolgsbeteiligung.

Publiziert am 26.03.2016 | Aktualisiert am 28.03.2016
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7 Kommentare
  • August  Sommerhalder aus Amriswil
    26.03.2016
    Jede Firma lebt von den "Guten" Mitarbeitern. Die Top-Manager sind oft keine Mitarbeiter sondern Verwaltungs-Leute. Boni müssten an messbare persönliche Leistungen der Manger gebunden sein, dann würden wohl einige leer ausgehen.
  • Armando  Kaegi , via Facebook 26.03.2016
    Es hat sich nichts geändert, Draghi befeuert das System damit die Spieler weiterhin Gewinne einfahren können und der Rest zahlt die Zeche - mit dem Bankrott der Sparer!
  • René  Tobler aus Herisau
    26.03.2016
    Bin zwar auch ein Boni Bezieher, aber ich bin 100 Prozent einverstanden. Denn am Ende des Tages macht man Entscheidungen, welche einem Persönlich "weiterbringen" - aber nicht unbedingt die Firma!
    Traurig aber wahr!
    • Christian  Müller aus Genf
      26.03.2016
      Kaum ein Mitarbeiter arbeitet für das Unternehmen, die allermeisten arbeiten NUR für den eigenen Vorteil. Das stimmt. Das erkennt man schon daran, dass viele sofort den Job wechseln, wenn sie eine bessere Alternative finden. Und im Zeitalter der "Karriereportale" wimmelt es nur so von Lebensläufen diverser Mitarbeiter, welche geradezu darauf hoffen, abgeworben zu werden. Aber wäre dies ohne Boni anders?
  • Ernst  Schaffhauser aus Bodensee
    26.03.2016
    das ist mal was das mn unterschreiben kann, vor allem ist klar das Boni zu Risiko und zu Betrug verleiten kann, die Topmanager kassieren so schon für normale Verhältnisse löhne die für ein feudales leben ausreicht,
  • Christian  Kurmann , via Facebook 26.03.2016
    Top leistungen haben die kleinen vollbracht und selten die oberen, die kassieren dafür!