Gekündigte müssen Neue einlernen Fieser entlassen mit Swarovski

TRIESEN FL - Der Kristallriese verlagert nicht nur Stellen von Triesen im Fürstentum Liechtenstein nach Polen – die Swarovski-Gekündigten müssen die Polen auch noch einlernen. Auch in Männedorf ZH baut Swarovski Jobs ab.

Swarovski-Skandal: Entlassene Mitarbeiter müssen Neue einarbeiten play

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Der österreichische Kristallriese sorgt innert weniger Wochen erneut für Ärger. Diesmal am wichtigen Produktionsstandort Triesen FL. Dort steht ein neuer Personalabbau an. «Betroffen ist vorerst ‹nur› der Bereich Finanzen und Buchhaltung«, schreibt die Zeitung «Liechtensteiner Vaterland» heute.

Dennoch: Mindestens 15 Mitarbeiter müssen ihren Schreibtisch räumen – bis Ende Jahr, sagt ein Mitarbeiter der Zeitung. Doch damit nicht genug: Der Bereich Finanzen und Buchhaltung wird in Triesen aufgehoben und nach Danzig in Polen ausgelagert. Er soll dort bereits Anfang 2017 den Betrieb aufnehmen.

In Danzig werden künftig Teile der F&A-Aktivitäten von anderen Swarovski Standorten zusammengeführt und gebündelt.

Einführung durch Gekündigte

Pikantes Detail: Eingelernt werden müssen die polnischen Buchhalter in Triesen – von den gekündigten Swarovski-Angestellen! Das sorgt für zusätzlichen Ärger. Laut dem «Lichtensteiner Vaterland» sollen die neuen polnischen Mitarbeiter bis Ende Jahr fit sein für ihre neuen Aufgaben.

BLICK konfrontierte die Swarovski-Pressestelle am Hauptsitz in Österreich mit diesen Informationen. «Bis Ende des Jahres 2016 sind am Standort Triesen (Liechtenstein) 11 Mitarbeiter und am Standort Männedorf (Schweiz) 6 Mitarbeiter betroffen», bestätigt eine Sprecherin gegenüber BLICK.

Die Belegschaft sei darüber bereits informiert worden. «Alle notwendigen Massnahmen werden so sozial verträglich wie möglich und weit über die üblichen Standards hinausgehend umgesetzt.»

Der Kristallkonzern beschäftigt nach Angaben der Sprecherin am Standort Triesen derzeit 598 Mitarbeiter, in Männedorf ZH 507.

Offenbar steht schon die nächste Entlassungsrunde im Raum. Ausgelagert werden soll der Bereich Stammdatenpflege – von Triesen nach Osteuropa. Zu einem zusätzlichen Stellenabbau und weiteren Fragen zu den gekündigten Mitarbeitern will Swarovski nichts sagen.

Im vergangenen Jahr erst wurde die manuelle Fertigung nach Serbien ausgelagert. 45 Arbeitsplätze gingen damals verloren. Und Ende 2013 mussten 25 Mitarbeiter der Produktion gehen.

Mobbing in Zürcher Filiale

Job-Verlagerungen sind bei Swarovski das eine. Der Umgang mit Mitarbeitenden das andere. BLICK deckte in der vergangenen Woche mehrere Fälle schikanierter Mitarbeiterinnen in verschiedenen Zürcher Swarovski-Filialen auf. Die entlassene Verkäuferin Viktoria Harmath (39) berichtete beispielsweise, wie sie von ihren Vorgesetzten gemobbt wurde («Dein Bauch ist so dick»). 

Noch schweigt sich der Kristallriese in Österreich über die Folgen der Enthüllungen für die Boutiquen-Leiter in Zürich aus.

Publiziert am 15.09.2016 | Aktualisiert am 26.09.2016
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41 Kommentare
  • Bruno  Gisler aus Münchenstein
    16.09.2016
    Naja,warum sind wohl die Engländer aus der EU gagangen (Brexit)die PL haben ja auch ihren teil dazu getragen und die PL machen überall in EU die Wirtschaft kaputt. Kein wunder findet man keine Lehrlinge mehr für Handwerk, wenn sie früher oder später durch PL ersetzt werden.
  • Michael  Berger aus St. Gallen
    16.09.2016
    So geht es bei Verlagerungen. Ich würde meine Nachfolger nur bei eiber sehr sehr vorteilhaften Abfindung einschulen. Einer meiner Freunde hat mal das Abfindungsdokument nicht unterzeichnet und hat zu seinem Arbeitgeber gesagt, dass er ihn mal könne, dass er für Almosen sicher nicht einen billigeren Nachfolger einschult. Er hat es dann auch nicht getan und die Abfindung trotzdem erhalten.
  • Olivier  Bron aus Opfikon
    15.09.2016
    Tja, dann soll die Firma den schönen Baum an Weihnachten auch in Danzig aufstellen - und nicht mehr im HB Zürich. Werde aber trotzdem mein Weihnachtsshopping in Zürich durchführen :-)
  • Markus  Waser aus Aarau
    15.09.2016
    Wie so oft ergibt sich ein klares Bild erst im Laufe der Zeit. Was treibt wohl einen Fillilleiter dazu eine untergebene zu mehr "Produktivität" zu motivieren indem er sie wegen ihres Aussehens fertig macht? Und jetzt die Nachricht von Auslagerungsmassnahmen. Da scheint ein der Kapitän
    das Ruder herumgeworfen zu haben. Wer vom Schiff fällt ist eh nur Ballast . Da gibt es aber noch Kapitäne die noch viel grössere Pötte fahren die können sich zudem noch aussuchen wo sie ihre Steuern bezahlen.
  • Urs  Schaad aus Zürich
    15.09.2016
    Es ist sinnvoller und billiger, wenn die Arbeit nach Polen geht, als wenn der Pole zur Arbeit her kommen muss. Der Einheimische wird in beiden Fällen arbeitslos. Und das geht genau so lange, bis die Kosten in FL oder in der Schweiz gleich hoch, bzw tief sind, wie die Kosten in Polen. Bei den Regulierern, Verkomplizierern und den Freunden flankierender Massnahmen wird sich das auch noch herumsprechen. Die sorgen nämlich mit dafür, dass alles teurer wird, obwohl sie privat eher geizgeil sind.
    • E.  Huber aus Chur
      15.09.2016
      Ja und die "klugen" Schweizer haben in den letzten Jahren ja schön brav nach der Wirtschaft abgestimmt. Mindestlohn "NEIN" mehr Ferien "NEIN" Unternehmenssteuerreform "JA" PFZ mit der EU "JA" Aber ja, es ist besser, wenn die Arbeit weg geht statt neue Arbeitnehmer hierherkommen, so kann man hoffen, dass eines Tages die Mieten auch wieder mal sinken.