UBS-Boni Gehts jetzt weiter wie früher?

  • Publiziert: 05.08.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Marcel Speiser

Die Krisenbank hat 4400 Jobs abgebaut. Und gibt trotzdem mehr aus fürs Personal. Wie geht das?

Mitte Jahr standen exakt 71 806 Personen auf der Lohnliste der UBS. Das sind 4400 weniger als Ende März. Und über 12000 weniger wie in den besten Zeiten. Nach diesem massiven Stellenabbau müssten auch die Kosten fürs Personal gesunken sein. Sollte man meinen. Doch bei der UBS ist das Gegenteil der Fall! Von Januar bis März 2009 gab die Bank für ihre Angestellten 3,96 Milliarden Franken aus. Von April bis Juni aber 4,58 Milliarden. Also satte 16 Prozent mehr.

Sicher: Ein Teil des Mehraufwandes lässt sich mit den Kosten für den Stellenabbau selbst erklären. Dieser schlägt mit rund 320 Millionen zu Buche.

Aber: Auch dem Vorquartal wurden bereits Abbaukosten von fast 200 Millionen belastet.
Bleibt also die Frage: Warum in aller Welt gibt die UBS für weniger Banker mehr Geld aus?
Man ahnt es: Lohnerhöhungen und Boni sind der Grund!

Kaum ist die Bank auf dem Weg aus dem allergröbsten Schlamassel, kaum zeigt sich die gute Chance, den Steuerstreit mit den USA zu überstehen, geht der Bonus-Reigen weiter. Ganz so, als hätte es nie eine Krise gegeben.

Die UBS gibt zu: «Die Personalausgaben stiegen wegen Lohnerhöhungen in ausgewählten Bereichen.» Und wegen «Rückstellungen für die leistungsabhängige Kompensation» – zu deutsch: Boni.

Pro Mitarbeiter gab die UBS im Schnitt zuletzt übrigens 63 755 Franken aus. Hochgerechnet aufs ganze Jahr macht das gut 255 000. Nicht schlecht für eine Firma, die nur dank Steuergeldern und Staatseinsatz überhaupt noch da ist.

Trotz Verlust auf Kurs

Trotz allem: Konzernchef Oswald Grübel sieht die UBS «on track», also auf Kurs. Trotz 1,4 Milliarden Franken Verlust im zweiten Quartal, trotz 40 Milliarden an Kundengeldern, die abgezogen wurden. Die gute Nachricht: In der Schweiz kehrt das Vertrauen der Kunden langsam zurück.

play UBS-Chef Oswald Grübel. (Reuters)

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