Gastronomie Beliebtes New Yorker Bistro «Carnegie Deli» schliesst

New York – Das vor allem bei Touristen beliebte New Yorker «Carnegie Deli» schliesst. Das 1937 eröffnete Bistro im Herzen Manhattans, das besonders für seine riesigen Pastrami-Sandwiches berühmt war, öffnete am Freitag zum letzten Mal seine Türen.

People wait in line to eat at the Carnegie Delicatessen in New York, Thursday, Dec. 29, 2016. After 79 years of serving up heaps of cured meat, the Carnegie slices its last ridiculously oversized sandwich Friday. Days before it shuts its doors, the line stretched down the block outside the Manhattan deli as hungry patrons waited to chow down on its famous $20 pastrami sandwich. (AP Photo/Seth Wenig) play
People wait in line to eat at the Carnegie Delicatessen in New York, Thursday, Dec. 29, 2016. After 79 years of serving up heaps of cured meat, the Carnegie slices its last ridiculously oversized sandwich Friday. Days before it shuts its doors, the line stretched down the block outside the Manhattan deli as hungry patrons waited to chow down on its famous $20 pastrami sandwich. (AP Photo/Seth Wenig) Keystone/AP/SETH WENIG

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Einige Kunden warteten Stunden, um eines der kolossalen Sandwichs mit dem geräucherten, gewürzten Stück Fleisch zu ergattern. Die Eigentümerin, die sich künftig Geschäften im Gross- und Detaillhandel widmen will, lehnte in letzter Minute das Kaufangebot eines Restaurantbetreibers über zehn Millionen Dollar ab, der das Geschäft erhalten wollte. «Es waren acht einprägsame Jahrzehnte in New York», schrieben die Betreiber auf Twitter.

«Ich bin tief betrübt, das Verschwinden eines kulinarischen Wahrzeichens zu erleben», schrieb auch Jake Dell in einem Leserbrief an die «New York Times». Dell ist Inhaber des ähnlich berühmten, erstmals 1888 eröffneten Bistros «Katz's Delicatessen», das ebenso gewaltige Pastrami-Sandwiches anbietet.

Ihren Boom erlebten New Yorker Delis in den 1920er- und 30er-Jahren, als jüdische Einwanderer aus Europa darin Spezialitäten wie Knishes (gefüllte Teigtaschen), Bagels (Gebäck aus Hefeteig), Latkes (Kartoffelpuffer) und Suppe mit Matzeknödeln verkauften. Migranten erinnerten diese Speisen an ihre Heimat, für Broadway-Stars und Fans wurden Delis auch zum beliebten Treffpunkt nach abendlichen Theater- und Musical-Aufführungen.

Dem Judaistikprofessor Ted Merwin zufolge ist die Zahl der ursprünglichen Delis in der Stadt von einst 1500 auf etwa 15 geschrumpft. Der Name Deli bezeichnet heute vor allem kleinere Lebensmittel-Geschäfte, in denen auch Sandwiches und einfache Speisen zubereitet werden. (SDA)

Publiziert am 30.12.2016 | Aktualisiert am 30.12.2016
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