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Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher (42).
(EQ Images)Sie nennt das Umfeld zwar «turbulent», doch Magdalena Martullo legte einmal mehr ein Rekordergebnis vor für die Ems-Chemie. «Wechselkursverluste und steigende Rohstoffkosten haben 2011 bei Ems 159 Millionen Franken Gewinn weggefetzt», sagt die Tochter des Nationalrats und früheren Ems-Besitzers Christoph Blocher. Doch unter dem Strich verdiente sie mit 242 Millionen Franken dennoch 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei fallen bei Ems-Chemie mehr als die Hälfte der Kosten im teuren Frankenland an und die Verkäufe zu mehr als der Hälfte in der EU und einem Viertel in Asien.
Für Europa sieht Martullo schwarz. «Die Welt geht nicht unter, aber Europa hat ein Problem.» Die Ursachen ortet sie in der Politik, die das Wirtschaftsgeschehen bestimmt. Die Risiken seien beträchtlich, «auch weil die Politiker die Probleme nicht lösen».
Der Spezialchemiekonzern, dessen Abnehmer zu mehr als der Hälfte in der Autoindustrie zu finden sind, rechnet mit einem starken Rückgang von Europas Fahrzeugbranche. Bereits im Januar seien die Autoverkäufe in Europa um 21 Prozent eingebrochen.
Hoffnung machen Martullo dagegen die positiven Industrie-Indikatoren in Asien und den USA. Trotz Unsicherheiten will Ems-Chemie heuer im Ausland 50 bis 60 Millionen Franken in den Kapazitätsausbau stecken.
Martullo findet, die Unternehmen müssten sich selber helfen. Und um das zu demonstrieren, zeigt sie ein paar von 329 Einzelmassnahmen auf, mit denen sie Kosten senkt.
Ein bisschen Hilfe von der Geldpolitik ist dann angesichts der Frankenstärke doch erwünscht: «Wir haben keine Wahl, wir müssen eine Euro-Untergrenze haben.» Allerdings findet sie es besser, die Kursgrenze von 1.20 Franken zu halten, als sie auf 1.25 oder 1.30 zu setzen und dann nicht verteidigen zu können.
Die Atom-Ausstiegspläne des Bundesrates bezeichnet sie als «Träumereien». Sie warnt vor massivsten Kostenfolgen.
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