Ems-Chefin Martullo schimpft über Europa, die Politik und den Bundesrat Ganz de Bappe

Magdalena Martullo Blocher politisiert an der Bilanz-Medienkonferenz der EMS-Gruppe.

  • Publiziert: 10.02.2012
  • Von Claudia Gnehm
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Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher (42).

(EQ Images)

Sie nennt das Umfeld zwar «turbulent», doch Magdalena Martullo legte einmal mehr ein Rekordergebnis vor für die Ems-Chemie. «Wechselkursverluste und steigende Rohstoffkosten haben 2011 bei Ems 159 Millionen Franken Gewinn weggefetzt», sagt die Tochter des Nationalrats und früheren Ems-Besitzers Christoph Blocher. Doch unter dem Strich verdiente sie mit 242 Millionen Franken dennoch 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei fallen bei Ems-Chemie mehr als die Hälfte der Kosten im teuren Frankenland an und die Verkäufe zu mehr als der Hälfte in der EU und einem Viertel in Asien.

Für Europa sieht Martullo schwarz. «Die Welt geht nicht unter, aber Europa hat ein Problem.» Die Ursachen ortet sie in der Politik, die das Wirtschaftsgeschehen bestimmt. Die Risiken seien beträchtlich, «auch weil die Politiker die Probleme nicht lösen».

Der Spezialchemiekonzern, dessen Abnehmer zu mehr als der Hälfte in der Autoindustrie zu finden sind, rechnet mit einem starken Rückgang von Europas Fahrzeugbranche. Bereits im Januar seien die Autoverkäufe in Europa um 21 Prozent eingebrochen.

Hoffnung machen Martullo dagegen die positiven Industrie-Indikatoren in Asien und den USA. Trotz Unsicherheiten will Ems-Chemie heuer im Ausland 50 bis 60 Millionen Franken in den Kapazitätsausbau stecken.

Martullo findet, die Unternehmen müssten sich selber helfen. Und um das zu demonstrieren, zeigt sie ein paar von 329 Einzelmassnahmen auf, mit ­denen sie Kosten senkt.

Ein bisschen Hilfe von der Geldpolitik ist dann angesichts der Frankenstärke doch erwünscht: «Wir haben keine Wahl, wir müssen eine Euro-Untergrenze haben.» Allerdings findet sie es besser, die Kursgrenze von 1.20 Franken zu halten, als sie auf 1.25 oder 1.30 zu setzen und dann nicht verteidigen zu können.

Die Atom-Ausstiegspläne des Bundesrates bezeichnet sie als «Träumereien». Sie warnt vor massivsten Kostenfolgen.

Kommentare (46)

  • Ronald  Frank , Zürich
    EU
    Frau Merkel das Sinnbild eines Deutschen hat es nicht wirklich einfach, Sie hat die Probleme der EU an sich gerissen und versucht die Probleme der EU fast alleine zu lösen! Das ist natürlich gefährlich, den die EU ist eine europäische Gemeinschafft der "reicheren Länder" die sich enorm im Minus befinden. Die EU ist ein Riesengebilde, dass sehr teuer, unsoziall und unübersichtlich lässt durch ihre Undurchsichtigkeit nicht mehr zu, sich um Missstände der Kleinen zu kümmern ist! Nur sogenannt Starken mit riesen Schulden solle überleben, die Kleinen sollen sterben. Alleine mit einer Abschaffung der EU währen in 1Jahren die kleinen bis mittelgrossen Probleme gelöst. Ich denke, ein Vereintes Europa als Grossmacht, könnte zusammen stärker auftreten als die EU. Jedes Land muss mit Ihrem Charakter zur Sache, respektiert und nicht vergewaltigt werden und dadurch die Kultur gefährdet werden. Es sollten Regeln geschaffen werden die, die Wirtschaft verbessern können durch seriöse Fachleute angeboten aus aller Welt. RF
    • 11.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Briggen  Willi
    Eben Blocher
    Einfach gut
    Bravo
    fertig
    • 11.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Hans >Peter  Läuchli , Vellerat
    Interessant, positive Kommentare zu Frau Martullo werden nicht veröffentlcht. Kommt in die Statistik über die Ausgewogenheit der Kommentarrubrik beim Blick.
    • 11.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Jolanda  Walser , Gretzenbach
    Eine der wenigen in diesem Land die was versteht. Ihr seid alles nur Neider.
    • 11.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Fidelio  Fidelio
    Jedes mal wenn ich Magdalena Martullo-Blocher sehe, läuft mir ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Bei allem Respekt, vermutlich die unattraktivste Unternehmerin der Schweiz, politisch als auch optisch.
    • 11.02.2012
    • 1 Gefällt mir
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