Galaxy-7-Gate Stolpert Samsung über seinen Ehrgeiz?

Samsung musste die Produktion seines Vorzeigesmartphones stoppen. Kritiker sehen Grund für das Fiasko in der Firmenkultur.

Samsung-Smartphone-Fiasko: Stolpert Samsung-Clan über eigenen Ehrgeiz? play
Das Galaxy Note 7 bereitet Samsung Kummer. Ahn Young-joon

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Samsung zieht die Notbremse. Nachdem der südkoreanische Techkonzern das Galaxy Note 7 wegen Überhitzungsgefahr zurückgerufen hatte, folgt jetzt ein Produktionsstopp des High-End-Smartphones. Dies berichten mehrere Medien unter Berufung auf informierte Personen. 

Das Problem: Verbraucher hatten auch bei den ausgetauschten Geräten Brände gemeldet. Alleine in den USA sind vier Fälle publik geworden.

«Wir passen die Produktionsplanung des Galaxy Note 7 vorübergehend an», erklärte der Konzern heute Vormittag. Die Medienberichte wurden damit weder bestätigt, noch dementiert.

Firmenkultur vom Überehrgeiz geprägt

Doch wie konnte es dazu kommen? 

An der Spitze des Samsung-Konzerns steht Lee Jae Yong (48). Er hat den Posten von seinem Vater Lee Kun Hee (73) übernommen – dem dritten Sohn des verstorbenen Firmengründers Lee Byung Chull.

Samsung-Smartphone-Fiasko: Stolpert Samsung-Clan über eigenen Ehrgeiz? play
Samsung-Chef Jae Yong Lee. Paul Sakuma

Samsung, 1938 als Handelshaus gegründet, ist heute einer der grössten Mischkonzerne der Welt. Und auf Erfolgskurs: Alleine zwischen 2005 und 2013 hat die Elektrosparte des Konzerns den Umsatz von 71 auf 202 Milliarden Dollar gesteigert. In den letzten Jahren ging er allerdings zurück. 

Trotzdem: dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. Im Unternehmen herrsche eine Firmenkultur die von Ehrgeiz, machmal vom Überehrgeiz geprägt ist, schreibt der «Spiegel».  

Das zeigt etwa das Galaxy Note 7. Laut der Nachrichtenagentur «Bloomberg» hatten Samsung-Manager massiv Druck gemacht, um das Gerät früher als geplant auf den Markt zu bringen. Mit dem Ziel, noch vor Apple mit der neusten Smartphone-Generation am Start zu sein. 

Im Visier der Konsumentenschützer

Das hat geklappt. Doch zu welchem Preis? US-Konsumentenschützer bemängelten im September, dass das Gehäuse des Note-7 für den verbauten Akku zu klein ist. Die Batterie könnte bei der Montage gequetscht werden, hiess es. Dadurch könne es zu Kurzschlüssen kommen.

Kritiker vermuten, das das Gerät aus Zeitnot ungenügend getestet worden ist. Das Unternehmen weist diese Vorwürfe zurück. 

Für Südkorea ist Samsung von enormer Bedeutung: Der Mischkonzern generiert heute rund ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes. Neben Unterhaltungselektronik ist Samsung etwa auch im Schiffsbau, Autobau oder im Finanzbereich tätig. Weltweit beschäftigte der Konzern 2014 rund 489'000 Personen und verbuchte 305 Milliarden Dollar Umsatz. (bam)

Publiziert am 10.10.2016 | Aktualisiert am 21.10.2016
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3 Kommentare
  • Marco  Kälin aus Dietikon
    10.10.2016
    An dieser Strategie sind aber nicht nur die Hersteller, in diesem Fall Samsung, verantwortlich sondern auch die Verbraucher selber. Kaum ist ein neues Gerät auf dem Markt wird schon nach der nächsten Generation geschrien. Nun zeigt sich deutlich, dies im übrigen nicht nur bei Samsung, dass es so nicht geht. Mann kann schlicht aus 24 Arbeitsstunden nicht 48 Arbeitsstunden machen. Alles braucht seine Zeit damit es funktionstüchtig, sauber und fehlerfrei funktioniert.
    • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
      10.10.2016
      Wenn Herr Schweizer sein neues Smartphone zum Sonderrabatt kauft ist er vielleicht gerade dabei seinen eigenen Arbeitsplatz abzuschießen. Denn sein Smartphone wurde auf einer Anlage produziert die von einem europäischen Maschinenbau-Konzern gefertigt wurde. Dafür kaufte dieser Konzern Einzelteile bei dem Arbeitgeber bei dem dem Herr Schweizer arbeitet. Denn er ist sich nicht bewusst das er als Konsument und als Produzent gleichzeitig an beiden Enden derselben Wertschöpfungskette steht.
  • Thomas  Zürcher 10.10.2016
    Nicht nur bei Handys sind diese Probleme bekannt auch in der Automobilindustrie werden jedes Jahr Mio.von Autos wegen verschiedener Defekte die unter umständen schwere Folgen für die Insassen haben könnten auf der ganzen Welt zurück gerufen.