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«König der Könige»: Gaddafi will an der Uno-Vollversammlung auf die Pauke hauen. (AP)
Gaddafi liebt die grosse Selbst-Inszenierung. So hatte er sich im letzten Jahr von afrikanischen Königen und Stammesführern zum «König der Könige» wählen lassen. Und offensichtlich ist der libysche Alleinherrscher wild entschlossen, dieser Rolle voll gerecht zu werden.
So will er jetzt der Uno-Vollversammlung neue Vorschläge unterbreiten, die für Aufregung sorgen dürften:
Er fordert gemäss Medienberichten von den früheren Kolonialmächten eine finanzielle Entschädigung für Afrika. Die westlichen Industrienationen sollten als Wiedergutmachung für «den Kolonialismus und die Sklaverei» 777 Billionen US-Dollar (gut 800 Billionen Franken) an die afrikanischen Staaten zahlen.
Weiter fordert Gaddafi für den afrikanischen Kontinent einen ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat. Seit der Gründung 1946 sind hier nur die USA, Russland, China, Frankreich, Grossbritannien vertreten. Sie haben bei Resolutionen ein Vetorecht.
Bei der neuen Uno-Vollversammlung ab kommenden Dienstag übernimmt Libyen für ein Jahr den Vorsitz. Neuer Präsident wird der ehemalige libysche Aussenminister Ali Abdessalam Triki. Offensichtlich rechnet sich Gaddafi dadurch gute Chancen für seine Anliegen aus.
Doch könnte er mit dieser Taktik auf die Nase fallen. Erst vor wenigen Tagen hatte ein Plan von Gaddafi für Aufregung und Kopfschütteln gesorgt: Der Uno sollte beantragt werden, die Schweiz aufzulösen! Als Rache für die Verhaftung seines Sohns Motassim Bilal, genannt Hannibal, in Genf vor gut einem Jahr. Doch dieses Ansinnen scheiterte am Nein des zuständigen Komitees für die Planung des Programmes der Generalversammlung. Es schaffte es nicht einmal auf die Traktandenliste.
Gut möglich, dass es den neuen Anträgen ebenso geht. (SDA/snx)