Für 1000 Franken Preisüberwacher fordert Abend-GA

Preisüberwacher Stefan Meierhans macht sich für die Einführung eines Abend-GAs stark. Für 1000 Franken sollen Kunden damit den öffentlichen Verkehr ab 19.00 Uhr nutzen können. Er sei sich sicher, dass dieses Angebot «einschlagen würde».

Stefan Meierhans: Preisüberwacher fordert Abend-GA für 1000 Franken play
Preisüberwacher Stefan Meierhans sieht gute Chancen für ein Abend-GA und kann sich auch Fernbuslinien in der Schweiz vorstellen. (Archivbild) KEYSTONE/MARCEL BIERI

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Der Preisüberwacher macht sich für günstige ÖV-Tarife stark. Statt stetig das Angebot auszubauen, müsse man eine höhere Auslastung anstreben. Diese liegt im öffentlichen Verkehr in der Schweiz im Mittel bei nur 20 Prozent. «Man spricht immer von überfüllten Zügen zu Stosszeiten», sagt Stefan Meierhans (48) in einem Interview mit der Zeitung «Tribune de Genève». Die Realität sei aber eine andere: «Vier von fünf Sitzen sind meistens leer.»

Es gebe nur eine Lösung, wenn man die Schweizer vermehrt zum Zug- oder Busfahren animieren möchte, sagt Meierhans: «Man muss die Preise drastisch senken.» Dabei denkt er vor allem an die Einführung eines Abend-GA für 1000 Franken. Damit sollen Kunden in der ganzen Schweiz den öffentlichen Verkehr nutzen können. «Dieses Angebot würde einschlagen», glaubt der Preisüberwacher. Zum Vergleich: Das normale Generalabonnement kostet für Erwachsene in der 2. Klasse 3655 Franken.

«Wir müssen jetzt handeln»

Wenn es erklärtes Ziel sei, die Menschen in der Schweiz vermehrt in die öffentlichen Verkehrsmittel zu bringen, müssten zudem die Preise drastisch gesenkt werden. «Es wäre nicht das erste Mal», sagt der Preisüberwacher und erinnert an den Einführungspreis des Halbtax-Abos von 100 Franken. «Auch damals wollte man die Leute dazu bringen, das Auto weniger zu benutzen.»

Die Idee des sogenannten Mobility-Pricing von Verkehrsministerin Doris Leuthard (53) findet Meierhans grundsätzlich gut. Aber: «Wir müssen jetzt handeln. Und nicht erst in 10 oder 15 Jahren», sagt er.

Das von Meierhans angesprochene Abend-GA war im Februar 2015 in einem Pilotversuch vom Verband öffentlicher Verkehr (VöV) lanciert worden – zum Preis von 490 Franken für ein halbes Jahr. Das Interesse war aber gering. Bis Ende April hätten 15’000 Abos verkauft werden sollen, Anfang Monat waren es 1000.

«Konkurrenz tut gut»

Im Interview bricht der Preisüberwacher auch eine Lanze für grosse Fernbuslinien. «Konkurrenz tut in der Regel gut.» Und führe dazu, dass man sich vielleicht gar von unrentablen Angeboten trennen könne. Als positives Beispiel führt er die Liberalisierung des Luftverkehrs an, durch welche Angebot und Takt erhöht worden seien, bei fallenden Preisen! «Wieso soll, was in der Luft funktioniert, nicht auch auf dem Boden möglich sein?», fragt Meierhans. (SDA/pbe)

Publiziert am 16.11.2016 | Aktualisiert am 17.11.2016
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