Franzosen sagen: «Non, merci!» Stromkonzern Alpiq will Atomkraftwerke verschenken

AKWs kriegt man im Moment offenbar nachgeschossen: Der Stromkonzern Alpiq versucht seine Anlagen abzugeben. Bisher willigte niemand in den Deal ein.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Keinen einzigen Passagier befördert Uber-Heli floppt am WEF
2 Schweizer Homepage sagt es voraus So soll das iPhone 8 aussehen
3 Touristen importieren Bettwanzen aus den USA Wegen den Amis tanzen...

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
57 Kommentare
Fehler
Melden
AKW Gösgen und Leibstadt: Alpiq will Atomkraftwerke verscherbeln play
Das AKW Leibstadt im Kanton Aargau gehört Alpiq. Doch der Konzern möchte es offenbar loswerden. Keystone

Der Stromkonzern Alpiq, der die Atomkraftwerke Gösgen und Leibstadt massgeblich besitzt, hat vergeblich versucht, die beiden Atommeiler dem französischen Energiekonzern Electricité de France (EDF) zu verschenken. Das geht aus einem vertraulichen Protokoll der Energiekommission des Nationalrates hervor, in das die «SonntagsZeitung» Einblick hatte.

Darin wird Alpiq-Verwaltungsratspräsident Jens Alder mit den Worten zitiert: «Ich habe als erstes der EDF unsere AKWs als Geschenk angeboten. Dies wurde aber abgelehnt.» Die EDF habe viele eigene finanzielle Probleme in der Kernkraft, begründete Alder die Anhörung am 23. Mai in der Kommission.

Weil die Strompreise wohl über die nächsten zehn Jahre tiefer lägen als die Produktionskosten, rentierten die Atomkraftwerke nicht mehr, sagte der frühere Swisscom-Chef Alder zudem.

AKW Gösgen und Leibstadt: Alpiq will Atomkraftwerke verscherbeln play
Auch das AKW Gösgen in Solothurn ist ein Ladenhüter des Stromkonzerns. Keystone

Dennoch wehrt sich die Alpiq dagegen, die AKWs abzustellen, da sie dann noch viele Jahre lang Kosten verursachten, aber keine Erträge mehr lieferten. Die beiden AKWs belasten die Bilanz der Alpiq aber auch deshalb so stark, weil die Atommeiler in eigene Betreiberfirmen ausgelagert worden sind, mit denen man Stromabnahmeverträge einging.

Darum versucht die Alpiq nun, die Werke als Befreiungsschlag dem Bund zu übergeben. Vor den Energiepolitikern erklärte Alder: «Wir würden unsere AKWs gerne dem Staat verkaufen, ja sogar für einen symbolischen Preis von einem Franken verschenken.» (bih)

Publiziert am 06.11.2016 | Aktualisiert am 13.11.2016
teilen
teilen
0 shares
57 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

57 Kommentare
  • Reinhard   Christen 06.11.2016
    Planwirtschaft führt in den Untergang!
    Um dem Zusammenbrechen der Stromnetze entgegenzuwirken, wird bald das sogenannte Smart Grid (intelligentes Netz, eigentlich ein Strom Regime) eingeführt. Dieses wird benötigt, um den Flatterstrom zu kompensieren. Dieses Regime steuert die Elektrogeräte in den Haushalten, nicht der Besitzer entscheidet mehr über den Zeitpunkt des Betriebes seiner Geräte, sondern der Flatterstrom.
  • Reinhard   Christen 06.11.2016
    Planwirtschaft führt in den Untergang!
    Einspeisevorrang der subventionierten Erneuerbaren, treibt die Kraftwerkbetreiber in den Ruin, nicht nur in Deutschland.
  • Daniel  Studer aus Villnachern
    06.11.2016
    @Herr Fischer: Ihre Angabe für PHotovoltaikstrom ist veraltet (ca von 1990). Meine eigene kleine Photovoltaikanlage aus dem Jahr 2015 produziert Strom für unter 15Rappen pro Kilowattstunde. Notabene ohne Abzug der Einmalvergütung und es war jeine preisoptimierte Installation einer Kleinanlage... Im industriellen Masstab erreicht PV Kosten unter 5 Rappen.
  • Daniel  Studer aus Villnachern
    06.11.2016
    Während man in der Schweiz gerne den schwarzen Peter für tiefe Strompreise den Erneuerbaren Energien zuschiebt, darf man festhalten: Die deutsche EEG-Umlage sinkt seit 2011, bisher um ca 12 Prozent. Bei Solarstrom sank sie über 25 Prozent. Gleichzeitig wurden tausende Betriebe von der Unlagezahlung befreit, was die Umlage verteuert. EU-Schutzzölle verteuern die Erneuerbaren.. Und die maroden Kohlekraftwerke laufen weiter. Sie sind Schuld an der Preismisere.
    • Franz  Fischer 06.11.2016
      Ich gebe Ihnen teilweise recht.. Die sinkende EEG Umlage wird jedoch zu steigenden Strompreisen führen, nicht nur für deutsche Endkunden, sondern auch für schweizerische. Energieminister Gabriel geht zur Zeit auf einer Gratwandeung. Als SPD Minister muss er Kohlekraftwerke schliessen, kann aber die Verluste nicht mit Wind und Sonne kompensieren. Aus meiner Sicht wird unabhängig von der Abschaltung der Kernanlagen der Kohleanteil notgedrungen bleiben.
    • Reinhard   Christen 06.11.2016
      Was glauben Sie, welche Kraftwerke die Stromversorgung in Deutschland sicherstellen, ganz bestimmt nicht Ihr Flatterstrom. Sondern die Kohlen- und die 9 Kernkraftwerke!
  • Franz  Fischer 06.11.2016
    @Silvio Mayer
    Der aktuelle Strompreis einer schweizerischen Kernanlage ab Klemme ist zwischen 4-6 Rappen pro kWh. INKLUSIVE Entsorgung. Bei Photovoltaik ist er ab 62 (!) Rappen. Ist da die Entsorgung der hochgiftigen Panels auch eingerechnet?