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Der Euro ist seit gestern Nachmittag gegenüber dem Franken im Höhenflug. Derzeit steht der Franken-Euro-Kurs bei 1.2060. (Infografik cash.ch)
Devisenspekulanten wetten auf die Rettung des Euros durch EZB-Präsident Mario Draghi. Das lässt den Schweizer Franken schwächer werden und die Nationalbank durchschnaufen.
Monatelang passierte beim Franken-Euro-Kurs nichts. 1.2010 Franken für einen Euro schienen in Stein gemeisselt.
Gestern ist plötzlich Bewegung in den Kurs gekommen. Der Franken schwächt sich seit gestern Nachmittag kontinuierlich ab und steht derzeit bei 1.2060. Es ist dies der höchste Stand seit April 2012.
Die Gründe dafür liegen – mal wieder – in Frankfurt bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Vorfeld der heutigen Sitzung des EZB-Rates drangen Gerüchte nach aussen, wonach die EZB den Kauf von Staatsanleihen der Krisenländer in prinzipiell unlimitierter Menge beschlossen hätte.
Seit Wochen wird darüber gerätselt, ob sich die EZB tatsächlich zu einem derartigen Schritt durchringen würde. Der Kauf der Staatsanleihen von Ländern wie Spanien oder Italien würde die Zinsen auf ihren Staatsanleihen stark senken. Die mörderisch hohen Zinsen, die diese Länder gegenwärtig bezahlen müssen, lassen ihnen kaum Raum, um ihre Schulden abzubauen.
Mit einer solchen Massnahme würde EZB-Präsident Draghi das Risiko eines Scheiterns des Euros verringern. «Aufgrund dieser Gerüchte spekulieren Devisenspekulanten und Hedgefonds auf eine Erholung im Euroraum. Weil sie auf den Euro setzen, schwächt sich der Franken zum Euro ab», sagt UBS-Devisenspezialist Constantin Bolz.
Dass sich der Frankenkurs erholt, hat für die Nationalbank (SNB) einen schönen Nebeneffekt: «Das ist ein gutes Zeichen für die SNB. Gegenwärtig schwächt sich der Franken von selbst ab, ohne dass die SNB Geld in die Hand nehmen muss, um den Mindestkurs von 1.20 zu stützen.»
Gerüchte über eine allfällige Intervention der SNB oder gar eine Anhebung des Mindestkurses hält Bolz für warme Luft.
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