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Trigami hat in Europa ein komplett neues Geschäftsfeld erschlossen: Die Firma, gegründet von den beiden 24-Jährigen Remo Uherek und Alain Aubert, betreibt Blog-Marketing. trigami.com fungiert als Vermittler zwischen Firmen und Bloggern.
So funktionierts: Ein Unternehmen gibt Bloggern den Auftrag, über eines ihrer Produkte zu schreiben. Diese verfassen in ihren Blogs die entsprechenden Beiträge – und kriegen dafür Geld, egal, ob sie das Produkt loben oder kritisieren. «Die Blogger arbeiten unabhängig, und die Texte sind klar als Auftragsarbeit deklariert», versichert Trigami-Mitgründer und CEO Remo Uherek.
Blogger waren zuerst skeptisch, jetzt begeistert
Reputationsängste waren denn auch der Hauptgrund für die anfängliche Skepsis in der Blogger- Gemeinde. Schleichwerbung im eigenen Blog würde der Glaubwürdigkeit des Verfassers enorm schaden. Doch mittlerweile zählen mehr als 2000 Blogger und 80 Firmen zu den Kunden von Trigami.
Längst nicht alle Auftraggeber kommen gut weg: Das Stellenportal yourcha.com beispielsweise wurde von der Blog-Community heftig kritisiert. Die bisher umfassendste und erfolgreichste Blog-Kampagne betraf die Tauschbörse Exsila: Mehr als 50 Blogger schrieben über ihre Erfahrungen mit der Tauschbörse. «Exsila hat damit auf einen Schlag seinen Bekanntheitsgrad massiv erhöht», sagt Uherek.
Für die Blogger hat sich mit diesem Marketingkanal eine neue Verdienstmöglichkeit aufgetan. Reich wurden sie bis jetzt nicht. 1000 Franken beträgt bist jetzt der höchste Betrag, der ein Blogger mit Trigami im Monat verdient hat.
Ein Blog kostet im Durchschnitt 100 Franken, 70 Prozent fliessen in die Taschen des Bloggers und der Rest zu Trigami. Trigami legt den Preis fest. Je höher die Reichweite des Blogs und je besser er verlinkt ist, desto mehr Wert hat sein Beitrag für den Auftraggeber – und desto teurer wird es.
Trigami beschäftigt heute fünf Leute
Die Idee des Blog-Marketings hat namhafte Investoren angezogen,darunter die beiden Unternehmer Peter Schüpbach und Nicolas Berg. Schüpbach nimmt zudem im Verwaltungsrat Einsitz, «Trigami hat mich mit ihrem Geschäftsmodell überzeugt», so der IT-Spezialist.
Es läuft rund: Trigami, seit Juni 2007 eine AG, beschäftigt mittlerweile fünf Angestellte und sucht wie wild nach IT-Praktikanten. Für Uherek, der das Unternehmertum im Blut hat und schon als Zwölfjähriger auf Flohmärkten Geld verdiente,wird es bestimmt nicht die letzte Firmengründung sein. «Der normale Karriereweg ist nichts für mich», sagt der Betriebswirtschafter.
Die Trigami-Gründer Remo Uherek (l.) und Alain Aubert.- ZVG