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Vorerst keine Einigung: Der Finanz-Gipfel im Weissen Haus mit Barack Obama (r.), George W. Bush (4.v.r.) und John MacCain (7.v.r.). (AP)
Das Krisengespräch im Weissen Haus, an dem die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und Republikaner, Barack Obama und John McCain, sowie führende Kongressmitglieder teilnahmen, war mit Spannung erwartet worden. Zum Auftakt der Beratungen hatte sich US-Präsident Bush noch hoffnungsvoll darüber geäussert, dass eine Vereinbarung «in sehr kurzer Zeit» erzielt werden könne.
Nach Angaben von Teilnehmern kam es bei dem Treffen dann aber zu teilweise hitzigen Wortgefechten zwischen konservativen Kongressvertretern und Demokraten. Offenbar trägt eine Gruppe von konservativen Republikanern um den Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, John Boehner, den in den Ausschüssen erzielten Kompromiss nicht mit. Stattdessen legte sie überraschend einen Alternativvorschlag vor.
Vertreter der Demokraten warfen McCain vor, den Entwurf zu unterstützen. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, sagte, er sei «etwas erstaunt» gewesen, als er im Weissen Haus von einem völlig neuen Plan erfahren habe. Der demokratische Vorsitzende des Finanzausschusses des Repräsentantenhauses, Barney Frank, erklärte, die Verhandlungen könnten dadurch einen ernsthaften Rückschlag erleiden.
Obama hofft auf TV-Debatte
Verhandlungen im Kongress zur Überbrückung der Gräben sollten heute fortgesetzt werden. Vertreter beider Seiten äusserten die Hoffnung, dass es bis zur Öffnung der Märkte am Montag doch noch zu einer Übereinkunft kommen werde.
Offen blieb zunächst, ob die für den Abend (Ortszeit) in Mississippi geplante erste Fernsehdebatte zwischen McCain und Obama stattfinden wird. Der republikanische Spitzenbewerber hatte am Mittwoch eine Teilnahme von einer Vereinbarung über ein Rettungspaket abhängig gemacht. Obama selbst bekräftigte am Donnerstagabend, dass er an den Plänen für das TV-Duell festhalten werde. «Ich hoffe, dass er (McCain) dabei ist», sagte er in mehreren Fernsehinterviews. (SDA)