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UBS: Die «oberen» 10 000 Bankmanager teilen 3 Milliarden Bonus unter sich auf. (Keystone)
Der Bund steckt 6 Milliarden Franken in die UBS, und 7 Milliarden will die Bank laut «Sonntag» ausschütten – als Bonus für das Horrorjahr 2008! Da liegt die Frage auf der Hand: Warum nicht den Bonus streichen und die Steuermilliarden sparen?
Das Problem: Wenn man den 7-Milliarden-Bonus ersatzlos streicht, sind davon auch ganz viele einfache Bankangestellte betroffen. Die UBS zahlt nämlich rund die Hälfte der Lohnsumme als Fixlohn aus, die andere Hälfte als variables Salär. Und fast alle 80 000 UBS-Mitarbeiter bekommen einen Bonus.
Allerdings empfinden das viele Banker längst nicht mehr als Bonus. Sondern als normalen Lohn, der fest ins Haushaltsbudget eingeplant wird. So wie in anderen Firmen der 13. Monatslohn. Deshalb wehrt sich zum Beispiel auch der Bankpersonalverband dagegen, den Bonus ganz zu streichen.
Das heisst aber nicht, dass man nicht sparen kann. Will man die Schalterangestellten verschonen, muss man einfach weiter oben ansetzen. Dort schenkt es auch mehr ein.
Die Zahlen: Knapp die Hälfte der UBS-Mitarbeiter haben keine Kaderfunktion. Rund 30 Prozent gehören dem unteren oder mittleren Kader an. Zusammen sind das 80 Prozent der Angestellten. Ihr Bonus liegt zwischen 2000 Franken und maximal zwei Monatslöhnen.
In diesen Funktionen werden noch «normale» Löhne bezahlt. Mindestlohn ohne Kaderfunktion: 48 000 Franken im Jahr. Ein Prokurist bekommt zwischen 80 000 und 127 000 Franken. Entsprechend sind auch die Boni keine extrem hohen Beträge.
Grob geschätzt dürften die «unteren» knapp 70 000 UBS-Angestellten etwa 1 Milliarde als Bonus bekommen. Weitere 3 Milliarden werden als umsatzabhängige Provisionen für Händler bezahlt. Das sind keine Boni im engeren Sinne.
Somit teilen die «oberen» 10 000 Bankmanager 3 Milliarden unter sich auf. Dazu zählen nochmals viele Direktoren mit hohen, aber nicht astronomischen Löhnen. Und schliesslich einige wenige Hundert mit Millionen-Gagen, etwa das 68-köpfige Group Managing Board.
Hier muss man den Hebel ansetzen. Fragt sich nur wie. Einfach streichen geht nicht, weil der Bonus vertraglich zugesichert ist.
Deshalb muss UBS-Präsident Peter Kurer seine Manager überreden, «freiwillig» zu verzichten. Denn der politische Druck auf das Rettungspaket steigt und steigt. «In der Bank gibt es einige, die von sich aus verzichten würden», so ein Insider. «Aber es sind nicht die hohen Manager, sondern einfache Angestellte, die ein Zeichen setzen wollen.»
Wann setzt der erste Top-Banker ein Zeichen?